
Paper 10
Goethe B2 · Reading
a Nele
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the Goethe-Institut.
Inside the paper
Teil 1
Sie lesen in einem Forum, welche Erfahrungen Menschen mit einheitlichen Maßen und Anschlüssen im Alltag machen. Auf welche der vier Personen treffen die Aussagen zu? Wählen Sie jeweils eine Person.
Die Personen können mehrmals gewählt werden.
a Nele
Ich zeichne gern und verschenke meine Bilder meistens gerahmt. Besonders gefallen mir lange, schmale Rahmen, die ich bei einer kleinen Werkstatt bestelle. Wenn eine Scheibe zerbricht, muss ich dort neues Glas zuschneiden lassen und entsprechend warten. Das weiß ich schon beim Kauf; die Wirkung meiner Zeichnungen ist mir diesen Aufwand wert. Natürlich verstehe ich, warum Geschäfte vor allem die üblichen Größen anbieten. Mich beschäftigt aber, was das mit unseren Ideen macht. Eine Freundin suchte neulich zuerst einen sofort lieferbaren Rahmen aus und überlegte danach, welcher Bildausschnitt hineinpassen würde. So entscheidet irgendwann das Regal im Laden darüber, welche Proportionen wir überhaupt noch ausprobieren. Bei meinen eigenen Arbeiten lege ich deshalb zuerst das Bildformat fest. Übrigens schreibe ich hinten auf jedes verschenkte Bild eine kurze Erinnerung daran, wann es entstanden ist. Das gehört für mich zum Geschenk dazu.
b Armin
Seit ich einen gebrauchten Schreibtisch aufarbeite, verbringe ich erstaunlich viel Zeit mit der Suche nach Beschlägen. Am Anfang bestellte ich ein Scharnier, das auf dem Foto genauso aussah wie mein kaputtes. Beim Einbauen lagen die Schraublöcher dann ein kleines Stück daneben. Seitdem kommt vor jeder Bestellung der Zollstock zum Einsatz: Ich notiere auch Abstände, die mir zunächst nebensächlich erscheinen. Schwieriger finde ich die Bezeichnungen im Onlineshop. Hinter manchen Buchstaben und Zahlen kann ich mir als Laie wenig vorstellen. Ein kurzer Satz dazu, für welche Tür oder Belastung das Teil gedacht ist, würde mir helfen. Solche Hinweise wünsche ich mir direkt beim Produkt, damit ich nicht erst mehrere Fachseiten durchsuchen muss. In der Werkstatt lerne ich zwar langsam dazu, aber ich möchte für eine kleine Reparatur nicht jedes Mal einen neuen technischen Wortschatz erwerben müssen.
c Dilan
Die Maßangaben meines Regals waren mir früher ziemlich gleichgültig. Das änderte sich, als ich in eine Wohnung mit schmalem Flur statt großem Arbeitszimmer zog. Aus der langen Regalwand konnte ich mehrere kleinere Einheiten bauen, weil Böden und Seitenteile zusammenpassten. Erst dabei wurde mir klar, was ich an diesem System hatte. Für ein zusätzliches Fach brauchte ich später noch einen Boden. Mein damaliges Möbelgeschäft führte die Serie inzwischen nicht mehr, doch bei zwei anderen Anbietern fand ich passende Teile. Ich bin also auch künftig nicht auf dieses eine Geschäft angewiesen. Bei weiteren Schränken würde ich wieder auf zueinander passende Außenmaße achten. Hinter den Türen möchte ich allerdings selbst planen: Meine Nähmaschine braucht ein hohes Fach, die Stoffe eher flache Schubladen. Eine vorgegebene Aufteilung würde bei mir viel Platz verschenken. Gerade diese Verbindung aus passenden Bauteilen und eigener Einrichtung überzeugt mich.
d Gregor
Auf meinem Schreibtisch liegen noch verschiedene Ladegeräte. Die Aussicht, bei künftigen Anschaffungen mit weniger davon auszukommen, gefällt mir sehr. Mein alter Musikspieler läuft allerdings zuverlässig, und auch das Lesegerät benutze ich täglich. Beide behalten ihre bisherigen Ladegeräte, solange sie ihren Dienst tun. Wenn irgendwann tatsächlich ein Ersatz nötig wird, kann ich auf einen gemeinsamen Anschluss achten. Dass die Form des Steckers allein wenig über den Alltag verrät, habe ich mit meinem Arbeitsgerät erlebt. Ein vorhandenes Kabel ließ sich problemlos einstecken, doch nach einer Stunde war der Akku kaum voller. Mit dem dafür vorgesehenen Kabel ging es deutlich schneller. Seit dieser Erfahrung lese ich zusätzlich nach, welche Ladeleistung ein Kabel unterstützt. Vor einer längeren Bahnfahrt probiere ich die Kombination inzwischen zu Hause aus. Sonst merke ich erst unterwegs, dass mein sorgfältig gepacktes Zubehör zwar passt, mir aber nicht ausreichend hilft.
Beispiel
0. Wer ergänzt selbst gemachte Geschenke durch eine persönliche Notiz?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
Lösung zum Beispiel: a
1. Wer hat erst bei einem Umzug den Nutzen einheitlicher Maße erkannt?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
2. Wer nimmt für eine besondere Gestaltung bewusst Schwierigkeiten beim Nachkaufen in Kauf?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
3. Wer unterscheidet zwischen einem passenden Anschluss und der tatsächlich möglichen Leistung?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
4. Wer findet, dass Fachbezeichnungen beim Einkauf zusätzlich erklärt werden sollten?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
5. Wer möchte funktionierende Geräte trotz einer praktischeren neuen Lösung weiterbenutzen?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
6. Wer hält gleiche Außenmaße für hilfreich, möchte die Innenaufteilung aber selbst bestimmen?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
7. Wer hat durch eine falsche Bestellung gelernt, vor dem Kauf genauer zu messen?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
8. Wer sieht einen Vorteil darin, Ersatzteile unabhängig vom ursprünglichen Anbieter beschaffen zu können?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
9. Wer befürchtet, dass leicht verfügbare Standardprodukte die Auswahl beim Gestalten unbemerkt einschränken?
a) Nele
b) Armin
c) Dilan
d) Gregor
Teil 2
Sie lesen in einer Zeitschrift einen Artikel über einen Lesekreis zur Geschichte der Gleichberechtigung. Welche Sätze passen in die Lücken? Wählen Sie für jede Lücke einen Satz aus a bis h. Jeder Satz darf nur einmal verwendet werden.
Zwei Sätze passen nicht.
Einen Beschluss genauer lesen
In der Gemeinschaftsbibliothek Lindenhof trifft sich ein Lesekreis zur Geschichte der Gleichberechtigung. Beim ersten Abend blieben viele Fragen offen. __(0)__ Für diese zusätzliche Sitzung hat die Bibliothekarin ein Planspiel geschrieben: Eine Gemeinde berät über gleiche Rechte für Frauen und Männer. Die Ratsmitglieder und sämtliche Unterlagen gehören zu dieser Spielhandlung. So können die Erwachsenen verschiedene Argumente untersuchen, ohne einzelne historische Personen nachspielen zu müssen. Auf den Tischen liegen Entwürfe und ausführliche Sitzungsprotokolle. Niemand soll allein den gesamten Stapel durcharbeiten müssen. Die Teilnehmenden suchen eine Möglichkeit, den Umfang auf mehrere Schultern zu verteilen. __(10)__ Anschließend berichtet jedes Mitglied, was in seinem Abschnitt steht. Gemeinsam halten sie die wichtigsten Streitpunkte auf einem großen Blatt fest. Beim Lesen des abschließenden Beschlusses fehlt ihnen jedoch etwas: Aus diesem Text geht nicht hervor, welche Forderungen während der Beratung verändert wurden. __(11)__ Mit unterschiedlichen Stiften markieren sie in den beiden Versionen ergänzte und gestrichene Wörter. Plötzlich werden auch kleine Änderungen zum Gesprächsthema. Länger sprechen sie über den Ausdruck Gleichstellung von Frauen und Männern. Ein Teilnehmer versteht ihn zunächst als Aufforderung, künftig möglichst ähnlich zu leben. __(12)__ Ob jemand einen Beruf ausüben oder Zeit für die Familie nehmen möchte, kann unterschiedlich ausfallen; allen soll dieselbe Wahl offenstehen. Zum Material gehören außerdem Zuschriften, die die Bibliothekarin aus Sicht verschiedener Gemeindebewohner an die Ratsmitglieder verfasst hat. __(13)__ Nun beschäftigt sich die Runde auch mit Menschen, die an keiner Sitzung teilnehmen und dennoch ihre Anliegen einbringen. Einige ihrer Überlegungen ergänzen die bisher gesammelten Streitpunkte. Aus den Unterlagen entsteht schließlich eine Zeitleiste. Ihr letzter Eintrag ist die Annahme des Beschlusses über gleiche Rechte. Damit scheint die Geschichte zunächst abgeschlossen. __(14)__ Die Gruppe überlegt etwa, welche Betreuungsangebote nötig wären, damit Menschen mit Familienaufgaben tatsächlich eine berufliche Möglichkeit nutzen könnten. Nach der gemeinsamen Lektüre bereiten die Mitglieder einen öffentlichen Abend vor. Ihre fertige Übersicht soll Orientierung geben, zugleich möchten sie Raum für weitere Untersuchungen lassen. __(15)__ Die eingereichten Fragen werden gesammelt. Anhand dieser Sammlung entscheidet der Lesekreis, welchem Schwerpunkt er sich beim folgenden Abend widmet.
Beispiel
0. Deshalb vereinbarte die Gruppe einen weiteren Termin, um sich ausführlicher damit zu beschäftigen.
10. Lücke 10
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
11. Lücke 11
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
12. Lücke 12
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
13. Lücke 13
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
14. Lücke 14
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
15. Lücke 15
a) Deshalb verglichen sie nun jeweils die ursprüngliche Fassung mit der später beschlossenen Formulierung.
b) Zum Abschluss sollten die Gäste deshalb selbst eine Frage für das nächste Treffen formulieren.
c) Diese Briefe ließen erkennen, wie die Debatte auch außerhalb des Sitzungssaals wahrgenommen wurde.
d) Daher beschränkte sich die Gruppe zunächst auf die Lebensläufe der beteiligten Frauen.
e) Gemeint waren damit jedoch gleiche Rechte, nicht identische Lebensentwürfe.
f) Dafür teilten sie die längeren Dokumente in kurze Abschnitte auf und verteilten diese untereinander.
g) Dabei zeigte sich allerdings, dass ein Beschluss und seine Umsetzung im Alltag zwei verschiedene Dinge sind.
h) Die fertige Übersicht wurde deshalb schon vor Beginn der gemeinsamen Lektüre verteilt.
Teil 3
Sie lesen in einer Zeitung einen Artikel über die Entstehung eines Romans, der in einem Dorf spielt. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Was in den Kartons bleibt
Auf dem Tisch vor Mira Evers liegt ein zerlesenes Exemplar ihres Romans Die hintere Tür. Die Schriftstellerin ist zu einem Gespräch in die Stadtbibliothek gekommen. Auf Wunsch des dortigen Lesekreises geht es an diesem Abend vor allem um die Arbeit am Manuskript. Im Mittelpunkt des Buches steht eine stillgelegte Dorfbäckerei. Für eine Nachbarin war sie der Ort der ersten eigenen Arbeitsstelle, für einen ehemaligen Kunden gehört sie zu einer schwierigen Familienzeit. Gerade solche Unterschiede reizten Evers bei der Wahl des Schauplatzes: Alle sehen dieselbe Fassade, verbinden damit aber etwas anderes. Im Roman genügt deshalb manchmal ein Gespräch über das Gebäude, um alte Spannungen zwischen den Bewohnern spürbar zu machen. Die Hauptfigur Janna wohnt längst in einer anderen Stadt. In der früheren Bäckerei ihrer Tante stehen jedoch noch Kartons mit ihren Sachen. Solange niemand die Räume brauchte, konnte sie deren Inhalt immer wieder vergessen. Nun soll das Haus verkauft werden. Vor der Übergabe muss Janna ihre Kisten abholen und auswählen, was sie mitnimmt. Dadurch erhält eine Entscheidung, die sie jahrelang vertagt hat, einen festen Termin. Beim Vorlesen fallen einige regionale Wendungen auf. Evers setzt sie besonders dort ein, wo zwei Figuren einander näherkommen. Ein zunächst förmliches Gespräch kann im Verlauf vertrauter werden; dann verändert sich auch die Sprache. Dieselbe Figur spricht deshalb beim ersten Besuch anders als später am Küchentisch. Für Evers lässt sich daran zeigen, wie sich das Verhältnis zwischen Menschen innerhalb einer Szene entwickelt. Für ihre Arbeit ist die Autorin häufig in Dörfern unterwegs. In ihrem Notizbuch stehen Beobachtungen wie eine Handbewegung beim Abschied, die Stellung eines Sessels zum Fenster oder der Rhythmus eines Gesprächs an einer Haltestelle. Beim Schreiben führt sie solche Eindrücke zusammen: Die Bewegung von einem Ausflug kann zu einem Zimmer passen, das sie Monate später gesehen hat. Aus den getrennten Notizen baut sie eine Szene mit einem eigenen Verlauf. Eine frühe Manuskriptfassung gab Evers einigen Lesenden. Sie konnten Jannas Handlungen gut nachvollziehen, erfuhren nach ihrem Eindruck aber zu spät, weshalb sie Gesprächen über die Kartons auswich. Sie wollten dieses Schweigen früher einordnen können. Daraufhin ergänzte Evers im ersten Drittel eine Erinnerung Jannas an ihre Tante. So wird früher verständlich, warum bereits eine beiläufige Frage nach den Sachen für sie schwierig ist. Am Ende steht fest, welche Gegenstände Janna behält und was sie zu dieser Auswahl bewegt. Ob sie dadurch später wieder einen Platz im Dorf findet, bleibt offen. Evers ist vor allem wichtig, dass die Lesenden Jannas Entschluss verstehen. Wie sich daraus neue Beziehungen entwickeln könnten, dürfen sie über die letzte Seite hinaus überlegen.
Beispiel
0. Beim Bibliotheksgespräch steht im Mittelpunkt, …
a) wie das Buch beim Schreiben entstanden ist.
b) welchen Roman der Lesekreis als Nächstes auswählt.
c) wie die Bibliothek ihre Veranstaltungen organisiert.
Lösung zum Beispiel: a
16. Warum stellt die Autorin Mira Evers eine stillgelegte Dorfbäckerei in den Mittelpunkt ihres Romans?
a) Sie möchte die Herstellung von Brot im Detail beschreiben.
b) Sie möchte zeigen, wie ein vertrauter Ort für verschiedene Menschen etwas anderes bedeutet.
c) Sie möchte erklären, weshalb kleine Geschäfte wirtschaftlich scheitern.
17. Was verändert der Verkauf des Gebäudes für die Hauptfigur Janna?
a) Sie muss eine bisher aufgeschobene Entscheidung über ihre Sachen treffen.
b) Sie erhält die Möglichkeit, ihren früheren Beruf wieder auszuüben.
c) Sie kann ihre Rückkehr ins Dorf nun genauer planen.
18. Wozu verwendet Mira Evers in den Gesprächen gelegentlich regionale Ausdrücke?
a) Um die Herkunft jeder Figur möglichst genau festzulegen.
b) Um den historischen Sprachgebrauch des Dorfes zu dokumentieren.
c) Um Veränderungen in der Nähe zwischen den Figuren hörbar zu machen.
19. Wie geht die Autorin mit Beobachtungen aus ihren Dorfbesuchen um?
a) Sie übernimmt besonders anschauliche Begegnungen als vollständige Szenen.
b) Sie verbindet einzelne Eindrücke zu neuen Situationen.
c) Sie lässt die besuchten Personen ihre eigenen Kapitel schreiben.
20. Was kritisierten die ersten Leserinnen und Leser am Manuskript?
a) Eine spätere Entscheidung der Hauptfigur war zu früh vorhersehbar.
b) Die Nebenfiguren waren schwer voneinander zu unterscheiden.
c) Die Gründe für das Schweigen der Hauptfigur blieben zu lange unklar.
21. Was ist Mira Evers beim offenen Ende wichtig?
a) Die Leser sollen Jannas Entscheidung verstehen, auch wenn deren Folgen offenbleiben.
b) Die Leser sollen zwischen zwei gleich ausführlich dargestellten Ausgängen wählen.
c) Die Leser sollen erst in einem weiteren Band erfahren, wie Janna sich entscheidet.
Teil 4
Sie lesen in einer Zeitschrift Meinungsäußerungen darüber, wie Gruppentreffen für unterschiedliche Menschen angenehm werden können. Welche Äußerung passt zu welcher Überschrift? Jede Äußerung darf nur einmal verwendet werden.
Die Äußerung aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden.
Eine Äußerung passt nicht.
a
Wenn wir uns in einer Bar treffen, muss ich mich oft so anstrengen, die anderen zu verstehen, dass ich hinterher völlig erschöpft bin. Mir wäre ein Lokal ohne laute Hintergrundmusik lieber. Bei unserem letzten Treffen im kleinen Gartencafé konnte ich endlich einem Gespräch folgen, ohne ständig nachfragen zu müssen. Für mich entscheidet der Geräuschpegel wesentlich darüber, ob ein Abend angenehm wird.
b
Bei einer Einladung mit dem Satz Komm einfach irgendwann vorbei male ich mir vorher alle möglichen Situationen aus. Sitzen dort sechs Menschen beim Essen oder dreißig beim Tanzen? Steht ungefähr dabei, wie viele kommen, was nacheinander geplant ist und wann Schluss sein soll, kann ich mich darauf einstellen. Mit diesem Bild im Kopf sage ich viel entspannter zu.
c
Bei einer Feier stehe ich anfangs gern mit jemandem in der Küche und schneide Gemüse. Daraus ergibt sich fast von selbst ein Austausch über das Rezept oder ein Lieblingsgericht. Wir haben sofort etwas, worüber wir reden können. Einfach vor einer fremden Person zu stehen und nach ihrem Leben zu fragen, fällt mir dagegen schwer. Beim gemeinsamen Vorbereiten entsteht der Kontakt nebenbei.
d
Wer einen bestehenden Freundeskreis zu sich einlädt, sollte die neu hinzugekommenen Gäste nicht sich selbst überlassen. Ich stelle ihnen jemanden vor, mit dem sie tatsächlich etwas verbindet, etwa eine Begeisterung fürs Segeln. Dazu erzähle ich kurz, woher ich das weiß, und eröffne das Gespräch. Als Gastgeber kenne ich die Leute und kann diesen ersten Kontakt erleichtern.
e
Unsere monatliche Runde fand lange immer bei derselben Freundin statt. Irgendwann merkte ich, wie viel sie vorher einkaufte und hinterher allein aufräumte. Inzwischen wechseln wir uns mit den Wohnungen ab und verteilen auch das Kochen. Ich finde, wer regelmäßig einen schönen Abend zusammen verbringt, sollte ebenso selbstverständlich einen Teil der Arbeit übernehmen. Sonst bleibt die Freude irgendwann einseitig.
f
Manchmal ist mein Kopf nach zwei Stunden voll, obwohl der Abend schön war. Wenn ich dann meine Jacke hole, möchte ich mich freundlich verabschieden können. Nachfragen nach einem wichtigen Termin oder enttäuschte Bemerkungen bringen mich dazu, eine Ausrede zu suchen. Es sollte genügen, dass ich für heute genug habe. Auch wer bis zum Schluss bleiben könnte, darf vorher gehen.
g
Nach einer vollen Woche bleibe ich samstags gelegentlich lieber zu Hause. Trotzdem freue ich mich, wenn meine Freunde beim nächsten Mal wieder an mich denken. Eine abgelehnte Einladung sagt wenig darüber aus, ob ich sie grundsätzlich sehen möchte. Schickt mir also gern den nächsten Termin, aber lasst die Entscheidung bei mir. So fühle ich mich weiterhin zugehörig.
h
Nach Treffen höre ich manchmal, ich hätte gelangweilt gewirkt. Dabei kann ich später noch genau erzählen, was die anderen berichtet haben. Ich höre gern zu und brauche nicht bei jedem Thema selbst das Wort. Dass ich wenig sage, heißt weder, dass mir die Runde gleichgültig ist, noch dass ich mit jemandem nichts zu tun haben möchte.
Beispiel
0. Eine ruhige Umgebung macht Gespräche angenehmer. Lösung: a
22. Ein früher Abschied muss ohne Rechtfertigung möglich sein
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
23. Gemeinsames Tun erleichtert den Einstieg ins Gespräch
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
24. Zurückhaltung bedeutet nicht fehlendes Interesse
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
25. Konkrete Angaben zur Einladung nehmen Unsicherheit
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
26. Auch nach einer Absage sollte die Tür zur Gruppe offenbleiben
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
27. Gastgebende sollten neue und vertraute Gesichter miteinander ins Gespräch bringen
a) Äußerung a
b) Äußerung b
c) Äußerung c
d) Äußerung d
e) Äußerung e
f) Äußerung f
g) Äußerung g
h) Äußerung h
Teil 5
Sie interessieren sich für den Studiengang Weltraumbeobachtung an der Hochschule Nordtal und lesen einen Auszug aus der Studienordnung. Welche Überschriften aus dem Inhaltsverzeichnis passen zu den Paragrafen? Verwenden Sie jede Überschrift höchstens einmal. Die Überschrift aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden.
Vier Überschriften werden nicht gebraucht.
Studienordnung Weltraumbeobachtung der Hochschule Nordtal
Inhaltsverzeichnis a Ausgabe und Rückgabe von Messgeräten b Bewertung gemeinsamer Projektarbeiten c Geltungsbereich d Anmeldung zu Beobachtungsexkursionen e Beratung bei Schwierigkeiten im Studium f Dokumentation und Aufbewahrung von Messdaten g Anerkennung externer Studienleistungen h Vorgehen bei ausgefallenen Beobachtungsterminen § 0 Diese Ordnung gilt für alle im Studiengang Weltraumbeobachtung der Hochschule Nordtal eingeschriebenen Studierenden. Die folgenden Bestimmungen betreffen das Beobachtungsmodul. § 28 Zu jeder Messreihe sind Zeitpunkt der Beobachtung, Einstellungen der verwendeten Geräte sowie sämtliche Schritte der anschließenden Bearbeitung festzuhalten. Die ursprünglichen Messdateien bleiben unverändert erhalten. Zusammen mit den zugehörigen Aufzeichnungen sind sie im dafür vorgesehenen Hochschularchiv abzulegen und dort fünf Jahre aufzubewahren. Die Dateien müssen der jeweiligen Messreihe eindeutig zugeordnet werden können. § 29 Kann eine angesetzte Beobachtung wegen der Wetterbedingungen oder eines technischen Defekts nicht stattfinden, legen die zuständigen Lehrenden einen Ersatztermin fest. Lässt sich innerhalb des Moduls keine weitere Beobachtung durchführen, bearbeiten die Studierenden eine von den Lehrenden bestimmte Auswertung bereitgestellten Beobachtungsmaterials. Der dafür vorgesehene Arbeitsumfang entspricht dem der entfallenen Aufgabe. § 30 Bei Projekten mehrerer Studierender muss aus dem Bericht hervorgehen, wer welche Aufgaben übernommen hat. Das gemeinsam erzielte Ergebnis bildet die Hälfte der Bewertungsgrundlage. Die andere Hälfte ergibt sich aus einem gesonderten Fachgespräch mit jeder beteiligten Person über ihren Beitrag. Auf dieser Grundlage erhält jedes Gruppenmitglied eine eigene Note.
Beispiel
0. § 0: c Geltungsbereich
28. § 28
a) Ausgabe und Rückgabe von Messgeräten
b) Bewertung gemeinsamer Projektarbeiten
c) Geltungsbereich
d) Anmeldung zu Beobachtungsexkursionen
e) Beratung bei Schwierigkeiten im Studium
f) Dokumentation und Aufbewahrung von Messdaten
g) Anerkennung externer Studienleistungen
h) Vorgehen bei ausgefallenen Beobachtungsterminen
29. § 29
a) Ausgabe und Rückgabe von Messgeräten
b) Bewertung gemeinsamer Projektarbeiten
c) Geltungsbereich
d) Anmeldung zu Beobachtungsexkursionen
e) Beratung bei Schwierigkeiten im Studium
f) Dokumentation und Aufbewahrung von Messdaten
g) Anerkennung externer Studienleistungen
h) Vorgehen bei ausgefallenen Beobachtungsterminen
30. § 30
a) Ausgabe und Rückgabe von Messgeräten
b) Bewertung gemeinsamer Projektarbeiten
c) Geltungsbereich
d) Anmeldung zu Beobachtungsexkursionen
e) Beratung bei Schwierigkeiten im Studium
f) Dokumentation und Aufbewahrung von Messdaten
g) Anerkennung externer Studienleistungen
h) Vorgehen bei ausgefallenen Beobachtungsterminen