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Goethe B2 Lesen · Übungssatz 03

Paper 3

Goethe B2 · Reading

65 min10 pages

a – Nora Weiss

Exam material is in German.

Answers & guidance

Independent Faust practice material. Not published or endorsed by the Goethe-Institut.

Inside the paper

Lesen Teil 1 – Beruflich unterwegs

Sie lesen in einem Forum, wie Berufstätige mit häufigen Flugreisen umgehen. Auf welche der vier Personen treffen die Aussagen zu? Die Personen können mehrmals gewählt werden. Beispiel 0: Wer kann die Zugfahrt meist ungestört zum Arbeiten nutzen? Lösung: b.

Die Personen können mehrmals gewählt werden.

a – Nora Weiss

Ich arbeite seit zwölf Jahren als Flugbegleiterin. Viele vermuten, dass vor allem die langen Stunden an Bord anstrengend sind. Mir machen aber die ständig wechselnden Früh-, Spät- und Nachtdienste deutlich mehr zu schaffen. Nach mehreren Langstreckenflügen hintereinander halte ich deshalb einen ganzen Tag bewusst frei: keine Schulung, kein Arzttermin, nicht einmal private Verabredungen. Um seltener in der Luft zu sein, habe ich vor zwei Jahren außerdem meinen Aufgabenbereich verändert. Inzwischen verbringe ich einen Teil meiner Arbeitszeit am Boden und bilde neue Kolleginnen und Kollegen aus. Ganz auf Flüge verzichten möchte ich nicht, denn die Arbeit mit den Passagieren gefällt mir weiterhin. Entscheidend ist für mich, dass zwischen den Einsätzen genug Zeit zur Erholung bleibt. Früher nahm ich jeden zusätzlichen Flug an; heute achte ich genauer auf meine Grenzen.

b – Daniel Krüger

Als Exportverkäufer betreue ich Unternehmen in mehreren europäischen Ländern. Für meine Reisen gilt eine feste Regel: Kann ich ein Geschäftsziel innerhalb von ungefähr fünf Stunden mit dem Zug erreichen, buche ich grundsätzlich die Bahn. Dort kann ich meist ungestört arbeiten, während mich am Flughafen die vielen Kontrollen und Wartezeiten nerven. Trotzdem halte ich persönliche Begegnungen nicht für überholt. Besonders das erste Gespräch mit einem neuen Kunden sollte normalerweise vor Ort stattfinden. Vertrauen entsteht am Anfang schwerer über einen Bildschirm, und beim gemeinsamen Rundgang versteht man den Betrieb besser. Spätere Absprachen erledige ich dagegen fast immer per Video. So muss ich weniger reisen, ohne den Kontakt zu verlieren. Ob eine Fahrt bequem ist, spielt für meine Entscheidung eine geringere Rolle als die Frage, welchen Zweck das Treffen tatsächlich erfüllt.

c – Aylin Demir

In der IT-Beratung wurden Flüge lange sehr kurzfristig gebucht, weil angeblich jedes Problem nur beim Kunden gelöst werden konnte. Unser Team entscheidet inzwischen schon zu Beginn eines Projekts, welche Besprechungen online stattfinden können. Diese frühe digitale Planung verhindert viele unnötige Buchungen in letzter Minute. Natürlich spart das auch Zeit und macht meinen Alltag ruhiger. Mein wichtigster Grund, Flugreisen zu vermeiden, ist jedoch der Klimaschutz, nicht mein persönlicher Komfort. Für einen Workshop mit praktischen Übungen fahre ich gelegentlich noch zum Kunden. Regelmäßige Statusgespräche funktionieren dagegen online genauso gut. Hilfreich ist, dass wir feste Regeln für Videokonferenzen haben und Ergebnisse sofort dokumentieren. Dadurch entstehen weniger Missverständnisse. Ich wünsche mir, dass Unternehmen Reisen nicht erst nach der Buchung infrage stellen, sondern bereits bei der Projektplanung prüfen, ob persönliche Anwesenheit wirklich einen zusätzlichen Nutzen bringt.

d – Tobias Kern

Ich betreue als Veranstaltungstechniker Konzerte und Firmenveranstaltungen. Viele Vorbereitungen lassen sich inzwischen mit lokalen Teams per Video erledigen. Ich fliege daher nur noch, wenn ich den Aufbau oder die Prüfung der technischen Anlage am Veranstaltungsort persönlich überwachen muss. Bei komplizierten Licht- und Tonsystemen kann ein Fehler kurz vor Beginn schließlich die gesamte Veranstaltung gefährden. Ärgerlich finde ich die Regel meines Arbeitgebers zur Arbeitszeit: Von der Fahrt zum Flughafen und später wieder nach Hause wird jeweils nur ein Teil angerechnet. Nach meiner Ansicht ist das unfair, denn während dieser Stunden kann ich nicht frei über meine Zeit verfügen. Über die Flugdauer selbst beschwere ich mich weniger. Wenn alles pünktlich läuft, kann ich unterwegs Pläne kontrollieren oder mich ausruhen. Viel belastender sind schlecht organisierte Anschlüsse und lange Wege, für die offiziell niemand verantwortlich sein will.

Beispiel

0. Wer kann die Zugfahrt meist ungestört zum Arbeiten nutzen?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

Lösung zum Beispiel: b

1. Wer empfindet unregelmäßige Dienstzeiten als belastender als die Zeit im Flugzeug?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

2. Wer fährt bei kürzeren Geschäftsreisen grundsätzlich mit der Bahn?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

3. Wer meint, dass eine frühzeitige digitale Planung viele Flüge überflüssig machen kann?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

4. Wer fliegt nur, wenn Aufbau oder Prüfung der technischen Anlage vor Ort persönlich überwacht werden müssen?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

5. Wer plant nach längeren Reisen bewusst einen arbeitsfreien Tag ein?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

6. Wer hält persönliche Treffen besonders zu Beginn einer Geschäftsbeziehung für nötig?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

7. Wer kritisiert, dass der Weg zum Flughafen nicht vollständig als Arbeitszeit gilt?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

8. Für wen ist der Klimaschutz der wichtigste Grund, Flüge zu vermeiden?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

9. Wer hat den Aufgabenbereich gewechselt, um seltener in der Luft zu sein?

a) Nora Weiss

b) Daniel Krüger

c) Aylin Demir

d) Tobias Kern

Lesen Teil 2 – Sicherheit bei Banken

Sie lesen in einer Zeitschrift einen Artikel darüber, wie Banken sich gegen Verluste absichern. Wählen Sie für die Lücken 10–15 passende Sätze aus a–h. Zwei Sätze passen nicht. Beispiel 0: Banken vergeben Kredite und übernehmen dadurch Risiken.

Zwei Sätze passen nicht.

Warum Banken finanzielle Puffer brauchen

__(0)__ Sie verleihen Geld an Unternehmen und Privatpersonen, obwohl sie nicht sicher wissen können, ob jeder Kredit vollständig zurückgezahlt wird. Deshalb müssen sie einen Teil ihrer Geschäfte mit eigenem Kapital finanzieren. Dieses Geld gehört dem Institut selbst und ist von den Einlagen der Kundinnen und Kunden zu unterscheiden, die grundsätzlich zurückgezahlt werden müssen. __(10)__ Gewährt eine Bank beispielsweise einem Betrieb einen Kredit, von dem später nur ein Teil zurückkommt, muss sie den Ausfall zunächst aus diesem Puffer tragen. Wie groß die Reserve sein sollte, hängt unter anderem von Umfang und Art der Geschäfte ab. Große Institute können häufig bei zahlreichen Eigentümern neues Kapital beschaffen. __(11)__ Eine regionale Bank hat meist nur wenige Eigentümer und kann zusätzliche Mittel nicht ohne Weiteres am Kapitalmarkt einsammeln. Die Bankenaufsicht betrachtet deshalb nicht allein die aktuelle Höhe der Reserve. In einem sogenannten Stresstest berechnet sie, wie das Institut mehrere gleichzeitig auftretende Verluste bewältigen würde. Dabei werden etwa ausfallende Unternehmenskredite und sinkende Werte von Anlagen zusammen betrachtet. __(12)__ Eine daraus folgende höhere Anforderung soll verhindern, dass eine schwere Krise die Bank unmittelbar handlungsunfähig macht. Die Berechnungen, regelmäßigen Berichte und Vorgaben für Reserven werden überwiegend innerhalb der Institute und von den Aufsichtsbehörden bearbeitet. __(13)__ Indirekt können sie die Folgen allerdings spüren: Eine Bank verlangt möglicherweise strengere Sicherheiten für einen Kredit oder verändert ihre Gebühren. Befürworter strenger Vorschriften betonen, dass ein größerer Puffer eine Bank in schwierigen Zeiten widerstandsfähiger macht und staatliche Hilfe weniger wahrscheinlich wird. __(14)__ Die Politik versucht daher, ein praktikables Verhältnis zwischen finanzieller Sicherheit und einer weiterhin ausreichenden Kreditvergabe zu finden. Kapitalreserven sind somit ein wichtiger Schutz gegen unerwartete Verluste. __(15)__ Erst angemessenes Eigenkapital und eine verantwortungsvolle Bewertung der Risiken sorgen gemeinsam dafür, dass Bankgeschäfte dauerhaft sicherer werden.

Beispiel

0. Banken vergeben Kredite und übernehmen dadurch Risiken.

10. Lücke 10

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

11. Lücke 11

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

12. Lücke 12

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

13. Lücke 13

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

14. Lücke 14

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

15. Lücke 15

a) Dieses eigene Kapital kann Verluste auffangen, wenn Kredite nicht zurückgezahlt werden.

b) Für kleinere Institute ist es jedoch oft schwieriger, eine solche Reserve aufzubauen.

c) Erst nach dieser Prüfung entscheidet die Aufsicht, ob zusätzliche Mittel nötig sind.

d) Deshalb schlagen manche Fachleute eine identische Mindestreserve für alle Geschäftsmodelle vor.

e) Kundinnen und Kunden bemerken von diesen Regeln im Alltag meist wenig.

f) Gleichzeitig können sehr strenge Vorgaben die Vergabe neuer Kredite bremsen.

g) Dennoch ersetzt eine hohe Reserve niemals die sorgfältige Prüfung einzelner Geschäfte.

h) Auch reine Onlinebanken müssen grundlegende Sicherheitsvorgaben erfüllen.

Lesen Teil 3 – Der Schelmenroman

Sie lesen in einer Zeitung einen Artikel über den Schelmenroman und seine modernen Formen. Wählen Sie bei den Aufgaben 16–21 jeweils die richtige Lösung. Beispiel 0: Im Mittelpunkt eines Schelmenromans steht häufig eine Figur am Rand der Gesellschaft. Lösung: b.

Ein Außenseiter unterwegs durch die Gesellschaft

Ein Held, der stärker, klüger und moralisch besser ist als alle anderen, steht im Schelmenroman selten im Mittelpunkt. Seine Hauptfigur beginnt vielmehr als Außenseiter ohne gesicherte gesellschaftliche Stellung. Sie besitzt weder Einfluss noch ein verlässliches Einkommen und muss auf ständig wechselnde Umstände reagieren. Auf ihrer Suche nach Essen, Arbeit oder Schutz bewegt sie sich durch unterschiedliche soziale Gruppen. Mal dient sie einer wohlhabenden Familie, mal reist sie mit Händlern oder gerät unter Personen, die selbst am Rand der Gesellschaft leben. Oft erzählt der Schelm seine Geschichte in der Ich-Form. Dadurch entsteht Nähe: Die Lesenden erfahren unmittelbar, wovor er Angst hat und mit welchen Einfällen er sich aus einer schwierigen Lage rettet. Vollständig vertrauen sollte man ihm trotzdem nicht. Eigene Fehler und selbstsüchtige Handlungen beschreibt er gern so geschickt, dass sie vernünftig oder sogar bewundernswert erscheinen. Gerade diese Mischung aus persönlicher Offenheit und begrenzter Zuverlässigkeit macht einen besonderen Reiz der Erzählform aus. Typisch ist außerdem der Aufbau als Folge einzelner Abenteuer. Viele Episoden könnten beinahe unabhängig voneinander gelesen werden, weil jeweils ein neuer Ort, ein neuer Arbeitgeber oder ein neues Problem im Zentrum steht. Zusammengehalten werden sie vor allem durch dieselbe Hauptfigur, die in allen Abschnitten wiederkehrt und Erfahrungen aus früheren Situationen mitbringt. Komisch sind solche Geschichten nicht nur zur Unterhaltung. Wenn eine öffentlich angesehene Person hohe moralische Ansprüche verkündet, sich im entscheidenden Moment aber ganz anders verhält, wird der Widerspruch durch die Reaktion des Schelms sichtbar. Der Humor kritisiert so gesellschaftliche Regeln und die Fassade der Anständigkeit, ohne dass der Text daraus eine direkte moralische Lehrstunde machen muss. Die Hörspielautorin Mara Vogel verwendet dieses Muster in einer modernen Großstadt. Ihr Kurier Sami liefert Pakete aus und gelangt dabei in elegante Büros, überfüllte Wohngemeinschaften und städtische Verwaltungsgebäude. Obwohl er sich nur innerhalb einer Stadt bewegt, wechselt mit jeder Lieferung sein gesellschaftliches Umfeld. Die einzelnen Aufträge bilden abgeschlossene Geschichten, während Samis Beobachtungen die Serie verbinden. Dass die Form auch zum genauen Hören anregt, zeigt eine Werkstatt der Stadtbibliothek. Dort untersuchen die Teilnehmenden Gespräche aus Vogels Serie. Sie vergleichen, wie Sami Wortwahl und Ton verändert, je nachdem, ob er mit Arbeitgebern, Behördenmitarbeitenden oder anderen Außenseitern spricht. So erkennen sie, dass seine Anpassungsfähigkeit nicht nur eine komische Eigenschaft ist, sondern eine Strategie, mit der er sich in sehr unterschiedlichen Situationen behauptet.

Beispiel

0. Im Mittelpunkt eines Schelmenromans steht häufig …

a) eine gesellschaftlich abgesicherte Führungsperson.

b) eine Figur am Rand der Gesellschaft.

c) eine Gruppe erfolgreicher Händler.

Lösung zum Beispiel: b

16. Die Hauptfigur eines klassischen Schelmenromans …

a) bewegt sich als Außenseiter durch unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen.

b) übernimmt eine einflussreiche Position, um die Gesellschaft zu reformieren.

c) kehrt nach jedem Abenteuer in ein sicheres Zuhause zurück.

17. Die Erzählung aus der Ich-Perspektive führt dazu, dass die Lesenden …

a) vor allem die offizielle Sicht der Gesellschaft kennenlernen.

b) der Hauptfigur nahekommen, aber ihren Aussagen nicht immer vertrauen können.

c) schon früh erfahren, wie alle späteren Ereignisse enden.

18. Der episodische Aufbau ermöglicht es, dass …

a) einzelne Abenteuer teilweise selbstständig wirken und die Hauptfigur sie verbindet.

b) alle Konflikte auf einen einzigen entscheidenden Höhepunkt zulaufen.

c) mehrere Generationen derselben Familie miteinander verglichen werden.

19. Der Humor in Schelmengeschichten dient vor allem dazu, …

a) gesellschaftliche Widersprüche sichtbar zu machen.

b) das problematische Verhalten der Hauptfigur als bedeutungslos darzustellen.

c) von der sozialen Umgebung der Handlung abzulenken.

20. In Mara Vogels Hörserie …

a) begegnet der Kurier Sami bei seiner Arbeit sehr unterschiedlichen städtischen Milieus.

b) erzählt ein Museumsführer von berühmten Verbrechern vergangener Jahrhunderte.

c) untersucht eine Beamtin die Betrugsfälle eines unzuverlässigen Erzählers.

21. Im Workshop der Stadtbibliothek untersuchen die Teilnehmenden, …

a) welche Ausgaben eines Romans sich am besten verkauft haben.

b) wie die Hauptfigur ihre Sprache an verschiedene Gesprächspartner anpasst.

c) welche Bühnenkostüme den sozialen Rang einer Figur zeigen.

Lesen Teil 4 – Erfahrungen auf der Bühne

Sie lesen in einer Zeitschrift Meinungsäußerungen zu Theaterprojekten, in denen persönliche Erfahrungen verarbeitet werden. Welche Äußerung passt zu welcher Überschrift? Die Äußerung aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Eine Äußerung passt nicht. Beispiel 0: Gespräche mit dem Publikum verlängern die Auseinandersetzung – Äußerung a.

Die Äußerung aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden.

Eine Äußerung passt nicht.

a – Lea Winter, Kulturjournalistin

Bei solchen Projekten sollte die Arbeit nach der Aufführung nicht sofort enden. Besonders wertvoll finde ich Gespräche mit dem Publikum, in denen Fragen zur Entstehung des Stücks beantwortet werden. Dadurch bleibt das Gesehene nicht bloß ein kurzer Eindruck, sondern wird zum Ausgangspunkt für eine längere Auseinandersetzung mit dem Thema.

b – Paul Neumann, ehemaliger Teilnehmer

Während der Proben sagt man vielleicht schnell zu, eine schmerzhafte Erinnerung öffentlich zu erzählen. Erst bei der Aufführung merkt man, wie es sich anfühlt, wenn fremde Menschen zuhören und anschließend darüber diskutieren. Einige fühlen sich dann bloßgestellt. Deshalb muss jederzeit ein Rückzug möglich sein, auch wenn dadurch eine starke Szene verloren geht.

c – Mila Özdemir, Zuschauerin

Die Aufführung hat mich überzeugt, weil die Darstellerinnen und Darsteller die gezeigten Situationen aus ihrem eigenen Leben kannten. Sie bemerkten sofort, wenn eine Szene nur oberflächlich wirkte, und konnten unpassende Einzelheiten korrigieren. Diese Erfahrung spürte man auf der Bühne: Selbst ruhige Momente wirkten genau beobachtet und nicht bloß nachgespielt.

d – Jens Marten, Bühnenbildner

Mich stört, dass bei Projekten mit persönlichen Geschichten das Bühnenbild manchmal wie eine Nebensache behandelt wird. Auch einfache Räume brauchen ein klares Konzept, gutes Licht und Gegenstände, mit denen die Spielenden sicher umgehen können. Eine interessante Lebensgeschichte allein löst noch keine räumlichen Probleme. Dafür sind weiterhin handwerkliche Erfahrung und sorgfältige technische Proben erforderlich.

e – Ronja Beck, Festivalorganisatorin

Viele Produktionen entstehen aus Erfahrungen, die eng mit einem bestimmten Ort verbunden sind. Gerade deshalb sind Gastspiele wichtig. Wenn ein Ensemble auch in anderen Städten auftritt, werden diese lokalen Geschichten weit über ihren Ursprung hinaus gehört. Dort entdecken Zuschauer oft überraschende Verbindungen zum eigenen Alltag, obwohl die Ereignisse ursprünglich ganz woanders stattgefunden haben.

f – Vera Lind, Sozialarbeiterin

Teilnehmende erzählen während der Proben sehr persönliche Dinge. Sie brauchen deshalb Zeit, Vertraulichkeit und die Sicherheit, bereits eingebrachtes Material wieder zurückziehen zu dürfen. Vertrauen lässt sich nicht nach einem engen Produktionsplan herstellen. Wenn dieser geschützte Prozess länger dauert, sollte man lieber die Premiere verschieben, als Menschen zu einem schnellen Ergebnis zu drängen.

g – Helena Brandt, Theaterregisseurin

Gemeinsames Entwickeln bedeutet nicht, dass jede Idee auf die Bühne kommen kann. Als Leiterin muss ich Szenen auswählen, manche Vorschläge ablehnen und darauf achten, dass aus vielen Einzelbeiträgen ein verständliches Stück entsteht. Diese Entscheidungen sind manchmal unangenehm. Ohne sie verliert die Produktion jedoch ihren Zusammenhang, und am Ende wird keinem Beitrag wirklich gerecht.

h – Karim Aydin, Teilnehmer

In unserer Gruppe arbeiteten junge Auszubildende, pensionierte Handwerkerinnen und Angestellte aus ganz unterschiedlichen Berufen zusammen. Auch unsere persönlichen Geschichten hatten zunächst kaum Gemeinsamkeiten. Nach einigen Monaten trafen wir uns sogar außerhalb der Proben. Ohne das Projekt wären sich viele von uns nie begegnet; inzwischen ist aus dem gemeinsamen Spielen ein dauerhafter Kontakt entstanden.

Beispiel

0. Gespräche mit dem Publikum verlängern die Auseinandersetzung – Äußerung a

22. Persönliche Erfahrungen machen ein Stück glaubwürdiger

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

23. Ein geschützter Probenraum ist wichtiger als ein schnelles Ergebnis

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

24. Theater kann Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen verbinden

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

25. Die künstlerische Leitung muss schwierige Entscheidungen übernehmen

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

26. Auf der Bühne über eigene Erlebnisse zu sprechen, kann zu viel verlangen

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

27. Gastspiele verschaffen lokalen Geschichten ein größeres Publikum

a) Äußerung a

b) Äußerung b

c) Äußerung c

d) Äußerung d

e) Äußerung e

f) Äußerung f

g) Äußerung g

h) Äußerung h

Lesen Teil 5 – Studienordnung

Sie lesen eine Studienordnung für den Bachelorstudiengang Luft- und Raumfahrtsysteme. Welche Überschriften aus dem Inhaltsverzeichnis passen zu den Paragrafen 28–30? Vier Überschriften werden nicht gebraucht. Beispiel 0: c – Studienaufnahme.

Vier Überschriften werden nicht gebraucht.

Studienordnung für den Bachelorstudiengang Luft- und Raumfahrtsysteme

Inhaltsverzeichnis a Ziele und Kompetenzen b Gliederung des Studienprogramms c Studienaufnahme d Regelstudienzeit und Leistungspunkte e Lehrveranstaltungen und digitale Lehre f Voraussetzungen für die Zulassung g Berufspraktische Phase h Bachelorarbeit und Abschluss § 0 Das Studium kann jeweils zum Wintersemester aufgenommen werden. Die Einschreibung erfolgt innerhalb der von der Hochschule veröffentlichten Fristen. § 28 Für die Zulassung ist eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung nachzuweisen. Außerdem müssen Bewerberinnen und Bewerber vor der Einschreibung dokumentierte Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens vorlegen. Über die Anerkennung vergleichbarer Nachweise entscheidet der zuständige Prüfungsausschuss. § 29 Zum Studium gehört ein verpflichtendes Praktikum von zwölf Wochen. Es darf frühestens im vierten Fachsemester begonnen werden und ist in einem vom Fachbereich genehmigten Unternehmen oder einer anerkannten Forschungseinrichtung abzuleisten. Nach Abschluss reichen die Studierenden einen Bericht ein, in dem Aufgaben, Arbeitsabläufe und fachliche Erfahrungen dargestellt werden. § 30 Mit der Bachelorarbeit kann begonnen werden, sobald mindestens 150 Leistungspunkte erworben wurden. Für die Bearbeitung stehen zwölf Wochen zur Verfügung. Eine begründete Verlängerung muss rechtzeitig beim Prüfungsausschuss beantragt werden. Nach Annahme der Arbeit präsentieren die Studierenden ihre Ergebnisse in einem abschließenden Kolloquium und beantworten fachliche Fragen.

Beispiel

0. c Studienaufnahme – § 0

28. § 28

a) Ziele und Kompetenzen

b) Gliederung des Studienprogramms

c) Studienaufnahme

d) Regelstudienzeit und Leistungspunkte

e) Lehrveranstaltungen und digitale Lehre

f) Voraussetzungen für die Zulassung

g) Berufspraktische Phase

h) Bachelorarbeit und Abschluss

29. § 29

a) Ziele und Kompetenzen

b) Gliederung des Studienprogramms

c) Studienaufnahme

d) Regelstudienzeit und Leistungspunkte

e) Lehrveranstaltungen und digitale Lehre

f) Voraussetzungen für die Zulassung

g) Berufspraktische Phase

h) Bachelorarbeit und Abschluss

30. § 30

a) Ziele und Kompetenzen

b) Gliederung des Studienprogramms

c) Studienaufnahme

d) Regelstudienzeit und Leistungspunkte

e) Lehrveranstaltungen und digitale Lehre

f) Voraussetzungen für die Zulassung

g) Berufspraktische Phase

h) Bachelorarbeit und Abschluss

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