
Paper 4
TestDaF Papierformat · Reading
A · Vor der ersten Studienreise
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the TestDaF-Institut / g.a.s.t..
Inside the paper
Lesetext 1: Unterstützung rund um Studienreisen
Lesen Sie die Situationen und die acht Texte. Ordnen Sie jeder Situation den passenden Text zu. Jeder Text kann nur einmal verwendet werden. Der Text aus dem Beispiel ist bereits vergeben. Wenn kein Text passt, wählen Sie I.
A · Vor der ersten Studienreise
Zum ersten Mal mit der Hochschule unterwegs? Beim offenen Informationsabend erläutert das Reiseteam, welche Unterlagen vor der Abfahrt bereitliegen sollten und wie Sie unterwegs die zuständigen Ansprechpersonen erreichen. Gemeinsam gehen wir einen beispielhaften Reiseablauf durch. Das Treffen bietet einen Überblick für alle, die ihre erste Exkursion vorbereiten; organisatorische Fragen sind willkommen.
B · Dem fehlenden Gepäck nachgehen
Nach dem Flug fehlt Ihr Gepäck? Studierende und Hochschulgäste können mit der Vorgangsnummer ihrer Verlustmeldung in unsere Sprechstunde kommen. Wir rufen gemeinsam den aktuellen Stand des Vorgangs ab und helfen, ergänzende Beschreibungen oder Unterlagen einzureichen. Halten Sie dazu Ihre Reiseunterlagen bereit. Unsere Unterstützung besteht in der Beratung; Entschädigungen zahlen wir nicht aus.
C · Geräte reisefertig machen
Für die nächste Exkursion haben Sie Messgeräte aus der Hochschulsammlung ausgeliehen? Bringen Sie diese zusammen mit Ihren Transportkoffern in die Gerätewerkstatt. Unter Anleitung einer Mitarbeiterin setzen Sie Polster ein, ordnen die empfindlichen Teile an und prüfen deren Halt. Jede Gruppe verpackt ihre Ausrüstung selbst und nimmt sie anschließend wieder mit. Bitte vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin.
D · Wenn sich der Reisetermin verschiebt
Unser Reisebüro betreut ausschließlich Bahnreservierungen für Hochschulgruppen. Ist eine Fahrt bereits gebucht und die Exkursion wird verlegt, senden Sie uns Buchungsnummer und neue Reisedaten. Wir klären mit dem Bahnunternehmen die Änderung und führen die Umbuchung für Ihre Gruppe durch. Sobald die geänderten Unterlagen vorliegen, erhält die verantwortliche Person eine Nachricht mit den neuen Verbindungen.
E · Gemeinsam ankommen
Wer als Gaststudentin oder Gaststudent neu in die Stadt kommt, kann sich für unseren Empfangsdienst anmelden. Zwischen 13 und 18 Uhr wartet eine studentische Begleitperson zum vereinbarten Zeitpunkt am Bahnhof auf Sie. Von dort gehen oder fahren Sie gemeinsam zu Ihrer Unterkunft. Teilen Sie uns vorab Ihre Verbindung und die Zieladresse mit, damit wir den Treffpunkt abstimmen können.
F · Ein Platz für den Koffer
Zwischen Zimmerabgabe und Heimfahrt noch eine Veranstaltung besuchen? Im Gästezentrum neben dem Campus nehmen wir das Gepäck von Hochschulbesucherinnen und Hochschulbesuchern ab 8 Uhr entgegen. Gegen den Abholschein erhalten Sie es am selben Tag bis 19 Uhr zurück. Die Koffer bleiben währenddessen in unserem verschlossenen Gepäckraum. Die Aufbewahrung endet mit Ihrer persönlichen Abholung; eine Weiterleitung bieten wir nicht an.
G · Spät zum Gästehaus
Auch wenn Ihr Zug erst nach Mitternacht eintrifft, können Sie den Weg zum Gästehaus allein finden. Unser herunterladbarer Ankunftsplan für Gaststudierende beschreibt die Strecke vom Bahnhof bis zum Eingang. Er erläutert außerdem die Bedienung des Schlüsseltresors, für den Sie vorab Ihren persönlichen Zugangscode erhalten. Speichern Sie den Plan vor der Reise, um ihn unterwegs ohne Internetverbindung nutzen zu können.
H · Unterwegs gewesen, darüber schreiben
Aus dem Reisetagebuch soll ein Beitrag für die Hochschulzeitung werden? In unserem Seminar bringen Studierende ihre Aufzeichnungen von Studienreisen mit und entwickeln daraus eine zusammenhängende Erzählung. Wir besprechen Textentwürfe und prüfen dabei, wo eigene Beobachtungen enden und die Aussagen von Gesprächspartnern beginnen. Rückmeldungen aus der Gruppe helfen, diese unterschiedlichen Perspektiven für die Lesenden nachvollziehbar zu machen.
Beispiel
0. Eine Studentin fährt erstmals auf eine Exkursion. Sie möchte bei einem Treffen erfahren, welche Reiseunterlagen sie vorbereiten sollte und wen sie unterwegs bei organisatorischen Fragen erreichen kann.
A) Text A
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: A
Beispiel
0. Ein Gaststudent sucht für seinen Aufenthalt ein Gästezimmer. Er möchte, dass eine Stelle die Unterkunft für ihn verbindlich bucht.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: I
1. Eine studentische Exkursionsgruppe muss nach einer Terminänderung ihre bereits gebuchten Bahnfahrten verschieben. Sie sucht Unterstützung, die auch die Abstimmung mit dem Bahnunternehmen übernimmt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
2. Ein Student möchte seine Bücher vor dem Auslandssemester direkt an sein neues Wohnheim schicken lassen. Er sucht einen Dienst, der die Pakete abholt und den Versand übernimmt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
3. Eine Austauschstudentin kommt erst nach Mitternacht an. Sie möchte ohne persönliche Begleitung herausfinden, wie sie vom Bahnhof zum Gästehaus gelangt und dort ihren Schlüssel erhält.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
4. Eine studentische Arbeitsgruppe nimmt ausgeliehene Messgeräte auf eine Exkursion mit. Sie möchte vor der Abreise unter Anleitung ausprobieren, wie sich die empfindlichen Geräte sicher im vorhandenen Transportkoffer unterbringen lassen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
5. Ein Student hat für eine private Wochenendreise eine einzelne Bahnfahrkarte gekauft. Nach einer Terminänderung möchte er die Umbuchung vollständig von einer Beratungsstelle erledigen lassen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
6. Eine Studentin ist zu einer Hochschultagung geflogen, doch ihr Koffer fehlt. Sie hat den Verlust bereits am Flughafen gemeldet und möchte nun mit Unterstützung den Bearbeitungsstand prüfen und fehlende Angaben nachreichen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
7. Ein Student möchte aus seinen Notizen einer Studienreise einen lesbaren Beitrag für die Hochschulzeitung entwickeln. Er sucht einen Austausch darüber, wie er eigene Eindrücke von Aussagen seiner Gesprächspartner unterscheiden kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
8. Eine Gaststudentin erreicht den Hochschulort am Nachmittag zum ersten Mal. Sie möchte am Bahnhof abgeholt werden und den Weg zur Unterkunft gemeinsam mit einer ortskundigen Person zurücklegen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
9. Ein Doktorand muss sein Gästezimmer morgens räumen, fährt aber erst nach einem Nachmittagsseminar ab. Er möchte seinen Koffer bis zum frühen Abend in der Nähe des Campus aufbewahren lassen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
10. Eine Studentin hat nach einer Studienreise ihren beschädigten Koffer fotografiert. Sie sucht eine Stelle, die den Schaden finanziell ersetzt, ohne dass sie zunächst selbst einen Antrag bei einem anderen Unternehmen stellen muss.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lesetext 2: Knochen verständlich ausstellen
Lesen Sie den Text. Markieren Sie für jede Aufgabe die richtige Antwort A, B oder C.
Zwischen Modell und Erklärung
Im Universitätsmuseum ist eine neue Ausstellung über Knochen eröffnet worden. Am Eingang begegnet das Publikum zunächst Fragen wie dieser: Was lässt sich eigentlich ertasten, wenn man über den eigenen Ellenbogen fährt? Solche Alltagserfahrungen sollen einen Zugang schaffen, an den sich die später eingeführten Fachbegriffe anschließen lassen. Wer eine vertraute Körperstelle vor Augen hat, bringt bereits einen Bezugspunkt für die Betrachtung der Ausstellungsstücke mit. Die Ausstellung bleibt auch nach ihrer Eröffnung in Bearbeitung. Gäste können Fragen auf Karten hinterlassen. Das Team ordnet jede Karte der Station zu, auf die sie sich bezieht, und hält fest, welche Verständnisschwierigkeiten mehrfach auftauchen. So entsteht für die nächste Überarbeitung eine Sammlung konkreter Stellen, an denen eine Erläuterung erweitert oder anders formuliert werden könnte. Daran arbeitet Lea Winter mit, die Medizin studiert. Sie liest die vereinfachten Texte daraufhin, ob eine anschauliche Formulierung noch denselben fachlichen Zusammenhang beschreibt wie die ausführlichere Vorlage. Eine Verkürzung kann schließlich einen entscheidenden Zusammenhang verdecken. Welche Objekte gezeigt werden und wie der Weg durch die Räume verläuft, bearbeiten die Kuratorinnen und Kuratoren in einem eigenen Arbeitsschritt. Wie eng diese Aufgaben zusammenhängen, wurde bei der ersten öffentlichen Führung deutlich. An einer Station betrachteten Gäste vergrößerte Modelle und hielten deren Abmessungen für die tatsächliche Größe der dargestellten Strukturen. Daraufhin ergänzte das Team dort eine gut sichtbare Angabe zur Vergrößerung. Erst mit dieser Einordnung konnte das Modell die Größenverhältnisse so vermitteln, wie es vorgesehen war. Auch unter den freiwillig abgegebenen Karten finden sich Fragen zum Inneren der Knochen. Einige greifen die Grunderklärung der betreffenden Station auf und fragen nach Zusammenhängen, die über deren Einführung hinausgehen. Das Team sieht darin einen möglichen Anlass, für diese interessierten Personen vertiefende Inhalte anzubieten. Ob andere Gäste ähnliche Wünsche haben, bleibt offen. Die Karten stammen von Menschen, die sich selbst zur Rückmeldung entschlossen haben; was sie später noch wissen, wird dabei nicht erfasst. Zum Besuch stehen ein selbstständiger Rundgang und eine Führung zur Wahl. Beide führen zu denselben Stationen, und bei beiden dürfen die Modelle angefasst werden. Für die geführte Runde ist zusätzlich eine gemeinsame Gesprächspause eingeplant. Dort können mehrere Fragen zusammen besprochen werden, bevor die Gruppe weitergeht. Während solcher Gespräche nehmen Gruppen bewegliche Modelle von ihren markierten Plätzen. Anschließend stellt das Personal jedes Stück wieder an die zugehörige Beschriftung. Wer später allein durch die Ausstellung geht, soll Objekt und Erklärung unmittelbar zusammen vorfinden. Die räumliche Ordnung übernimmt damit einen Teil der Orientierung, die während der Führung eine Person leisten kann. Eine überarbeitete Begleitbroschüre soll diese Arbeit ergänzen. Ihre neuen Formulierungen sind bereits fertig. Für die Herstellung ist jedoch ein Drucktermin im kommenden Monat vereinbart; erst danach liegen die neuen Hefte zur Mitnahme bereit. Winter regt außerdem kurze Erklärungen zum Anhören an. Für Menschen, denen längere Texttafeln Mühe bereiten, könnte das einen weiteren Zugang eröffnen. Bislang steht diese Ergänzung als Vorschlag im Raum, ihre Wirkung ist offen. An der Ausstellung zeigt sich, wie Verständlichkeit entsteht: Worte lenken den Blick auf ein Modell, dessen Platzierung wiederum die Nutzung der Worte erleichtert. Die Fragen des Publikums machen auf Stellen aufmerksam, an denen beides noch besser zusammenwirken könnte. Mit einem fertigen Text allein ist diese Arbeit deshalb nicht abgeschlossen.
Beispiel
0. Wo wird die neue Ausstellung gezeigt?
a) In einer medizinischen Praxis.
b) In einem Museum der Universität.
c) In einer öffentlichen Bibliothek.
Lösung zum Beispiel: b
11. Warum beginnt die neue Ausstellung über Knochen mit Fragen aus dem Alltag?
a) Die Fragen sollen den Besuchenden helfen, einen passenden Rundgang nach ihrem Vorwissen auszuwählen.
b) Die Fragen sollen einen Zugang schaffen, bevor die Ausstellung Fachbegriffe einführt.
c) Die Fragen sollen zeigen, welche Themen die Besuchenden in einer späteren Veranstaltung vertiefen möchten.
12. Wie bearbeitet das Ausstellungsteam die Fragen, die Gäste hinterlassen?
a) Es ordnet sie den jeweiligen Stationen zu und sammelt wiederkehrende Verständnisprobleme.
b) Es ordnet sie dem Alter der Gäste zu und entwickelt daraus getrennte Rundgänge.
c) Es ordnet sie nach Eingang und beantwortet sie im nächsten öffentlichen Vortrag.
13. Welche Aufgabe hat die Medizinstudentin Lea Winter bei der Überarbeitung?
a) Sie legt fest, in welcher Reihenfolge die Gäste die Stationen besuchen.
b) Sie wählt aus, welche Originalobjekte durch Modelle ersetzt werden.
c) Sie prüft, ob die vereinfachten Erläuterungen den fachlichen Inhalt erhalten.
14. Was zeigte sich beim ersten öffentlichen Rundgang an der Modellstation?
a) Die Gäste bezogen die unterschiedlichen Oberflächen auf das Alter der dargestellten Knochen.
b) Die Gäste hielten die vergrößerten Modelle zunächst für Darstellungen in natürlicher Größe.
c) Die Gäste deuteten die unterschiedliche Größe der Modelle als Unterschied zwischen Tierarten.
15. Wie deutet das Team die hinterlassenen Fragen zum inneren Aufbau der Knochen?
a) Sie könnten darauf hinweisen, dass einige der fragenden Gäste die verwendeten Fachbegriffe genauer erklärt haben möchten.
b) Sie könnten darauf hinweisen, dass einige der fragenden Gäste die Verbindung zwischen Modellen und Erläuterungen klarer dargestellt haben möchten.
c) Sie könnten darauf hinweisen, dass einige der fragenden Gäste über die grundlegende Erklärung hinaus mehr Einzelheiten erfahren möchten.
16. Worin unterscheiden sich die beiden angebotenen Rundgänge?
a) Beide führen zu denselben Stationen, aber nur einer enthält eine gemeinsame Gesprächspause.
b) Beide enthalten eine Gesprächspause, aber nur einer führt zur Modellstation.
c) Beide führen zur Modellstation, aber nur einer ermöglicht das Berühren der Modelle.
17. Warum werden die herausnehmbaren Modelle nach jeder Führung wieder an festgelegte Plätze gelegt?
a) So kann das Team vor der nächsten Führung leichter prüfen, ob alle Modelle vorhanden sind.
b) So bleiben die Modelle für selbstständig Besuchende den passenden Erläuterungen zugeordnet.
c) So kann die nächste Führung die Modelle in der vorgesehenen Reihenfolge zur Hand nehmen.
18. Warum erscheint die überarbeitete Broschüre erst im nächsten Monat?
a) Die neuen Erläuterungen werden erst nach einer weiteren Gesprächsrunde ausgewählt.
b) Die Broschüre wird erst nach der Fertigstellung zusätzlicher Modelle gestaltet.
c) Der Text ist fertig, doch für den Druck muss das Team den vereinbarten Termin abwarten.
19. Wie beurteilt Lea Winter die Idee, künftig kurze Hörtexte anzubieten?
a) Sie könnten den Zugang für Menschen erleichtern, die längere Ausstellungstexte mühsam finden.
b) Sie dürften besonders den Gästen helfen, die bereits über medizinisches Fachwissen verfügen.
c) Sie würden voraussichtlich vor allem den Austausch während der geführten Rundgänge verbessern.
20. Welche Schlussfolgerung legt der Artikel insgesamt nahe?
a) Verständliche Vermittlung entsteht vor allem durch das eigenständige Betrachten der Exponate; begleitende Erklärungen sollten sich daran orientieren.
b) Verständliche Vermittlung entsteht durch das Zusammenspiel von Erklärungen, Gestaltung und Rückmeldungen.
c) Verständliche Vermittlung entsteht vor allem durch nach Vorwissen abgestufte Erklärungen; die Gestaltung sollte sich an diesen Besuchergruppen orientieren.
Lesetext 3: Lernraum als zeitliches Angebot
Lesen Sie den Text und prüfen Sie die Aussagen. Wählen Sie Ja, Nein oder Text sagt dazu nichts.
Was die Zahl der Lernplätze offenlässt
In einem Hochschulseminar zur Raumplanung dient ein gedankliches Modell dazu, das Angebot an Lernplätzen genauer zu beschreiben. Ausgangspunkt ist ein Gebäudeplan, auf dem Tische und Stühle eingezeichnet sind. Eine solche Bestandsaufnahme zeigt, wo Arbeitsplätze vorgesehen sind. Für die Frage, welches Lernangebot während eines Tages besteht, muss jedoch auch berücksichtigt werden, wann diese Plätze genutzt werden können. Das Modell verbindet deshalb räumliche Ausstattung mit zeitlicher Verfügbarkeit. Seine Recheneinheit heißt Lernplatzstunde: Ein für den vorgesehenen Zweck nutzbarer Platz trägt für jede Stunde seiner Nutzbarkeit eine solche Einheit zum Gesamtwert bei. Mehrere Plätze und mehrere Zeitabschnitte lassen sich entsprechend zusammenzählen. Bleibt ein Raum länger zugänglich, kann er bei unveränderter Einrichtung einen höheren Wert erreichen. Gemeint ist damit das bereitgestellte Angebot über eine Zeitspanne, nicht bloß die auf einem Plan eingetragene Anzahl von Sitzgelegenheiten. Dabei ist nutzbar von unbesetzt zu unterscheiden. Arbeitet bereits jemand an einem funktionsfähigen Platz im vorgesehenen Sinn, wird dessen Zeit weiterhin mitgezählt. Die Nutzung verwirklicht gerade die Möglichkeit, die das Modell beschreibt. Wer dagegen wissen möchte, ob sich im Augenblick noch jemand dazusetzen kann, braucht Angaben über freie Plätze. Ein vollständig belegter Raum kann folglich weiterhin Lernplatzstunden bereitstellen, obwohl eine neu ankommende Person dort zunächst keinen Sitz findet. Eine vorübergehende Sperrung verändert hingegen das Angebot. Angenommen, für eine Reinigung wird ein Bereich eines Raums abgesperrt, während der andere zugänglich bleibt. In die Summe geht dann für die Dauer der Absperrung allein der weiter nutzbare Bereich ein. Sobald die gesperrten Plätze wieder freigegeben sind, tragen auch sie erneut zum Wert bei. Die Unterbrechung wird somit räumlich und zeitlich begrenzt erfasst. Eine pauschale Streichung des gesamten Raums würde die fortbestehenden Nutzungsmöglichkeiten übergehen. Die Zusammenfassung zu einem Gesamtwert erleichtert Vergleiche, beseitigt dabei aber Unterschiede. Man denke an zwei gleich große Räume, deren Plätze jeweils gleich lange nutzbar sind: Der eine steht ausschließlich morgens, der andere ausschließlich abends zur Verfügung. Beide erreichen denselben Wert an Lernplatzstunden. Aus dieser Übereinstimmung lässt sich die Lage der Nutzungszeiten nicht zurückgewinnen. Für eine Person, die nur morgens zwischen Lehrveranstaltungen lernen kann, sind die beiden Angebote dennoch verschieden. Eine weitere Unterscheidung betrifft die vorgesehene Tätigkeit. In einer Erweiterung des Modells wird für jeden Zeitraum gefragt, wozu der Raum geeignet ist. Finden dort hörbare Gespräche statt, kann er die Bedingungen für gemeinsame mündliche Arbeit erfüllen. Für konzentrierte Einzelarbeit unter der Voraussetzung von Ruhe wäre derselbe Raum in diesem Zeitraum ungeeignet. Die Bewertung bezeichnet somit eine Beziehung zwischen Raumsituation und Tätigkeit, keine unveränderliche Eigenschaft des Zimmers. Auch eine spätere Veränderung der Geräuschsituation kann deshalb eine andere Zuordnung ergeben. Damit solche Zuordnungen nachvollziehbar bleiben, beginnt das Verfahren mit der Festlegung der Lernaktivität und beobachtbarer Merkmale ihrer räumlichen Voraussetzungen. Anschließend werden die einzelnen Zeitabschnitte anhand dieser Merkmale eingeordnet. Erst aus den so bestimmten geeigneten Abschnitten wird die jeweilige Lernplatzzeit berechnet. Diese Reihenfolge stellt sicher, dass ein Gesamtwert eine vorab bestimmte Bedeutung hat und Vergleiche auf denselben Voraussetzungen beruhen. Für eine mögliche Anwendung in der Raumplanung wäre neben dem zusammengefassten Wert daher eine nach Zeitabschnitten gegliederte Darstellung sinnvoll. Ihr ließe sich gegenüberstellen, wann Plätze für welche Tätigkeiten benötigt werden. Ein umfangreiches Angebot am Abend kann eine Lücke am Morgen bestehen lassen; Gesprächsplätze erfüllen wiederum einen anderen Bedarf als ruhige Arbeitsplätze. Ob das bereitgestellte Angebot ausreicht, wäre erst durch diese Gegenüberstellung zu beurteilen. Die Summe beschreibt einen Umfang, während die zeitliche und tätigkeitsbezogene Aufschlüsselung zeigt, an welchen Stellen Angebot und Bedarf tatsächlich zusammentreffen könnten.
Beispiel
0. Der Text erläutert das Modell im Zusammenhang mit einem Hochschulseminar zur Raumplanung.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: ja
Beispiel
0. Die Teilnehmenden des Seminars studieren überwiegend Architektur.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nicht_im_text
21. Die beschriebene Kennzahl berücksichtigt, wie lange ein Lernplatz tatsächlich nutzbar ist.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
22. Die Hochschule hat die Kennzahl gemeinsam mit den studentischen Vertretungen entwickelt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
23. Im beschriebenen Modell zählt eine Stunde an einem belegten, funktionsfähigen Lernplatz als nicht nutzbare Zeit.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
24. Wenn wegen einer Reinigung nur ein Teil des Raums gesperrt ist, wird im Modell nur die Nutzungszeit der betroffenen Plätze abgezogen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
25. Die im Text erläuterten Reinigungssperren entstehen überwiegend am Vormittag.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
26. Zwei Räume mit demselben Kennwert stellen ihre Lernplätze deshalb zu denselben Tageszeiten bereit.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
27. Für stilles Einzelarbeiten und für Gespräche in Gruppen kann derselbe Raum im Modell unterschiedlich bewertet werden.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
28. Die Tätigkeit, für die ein Lernplatz nutzbar sein soll, wird im beschriebenen Verfahren erst nach der Berechnung festgelegt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
29. Seit der Einführung der Kennzahl ist die Zahl der Beschwerden über fehlende Lernplätze gesunken.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
30. Um zu beurteilen, ob das Angebot zum Bedarf passt, muss neben dem Kennwert auch die zeitliche Verteilung der Nachfrage betrachtet werden.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts