
Paper 3
TestDaF Papierformat · Reading
A · Europa zum Einstieg
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the TestDaF-Institut / g.a.s.t..
Inside the paper
Europa im Hochschulalltag
Lesen Sie die Situationen und die acht Texte. Ordnen Sie jeder Situation den passenden Text zu. Jeder Text kann nur einmal verwendet werden. Der Text aus dem Beispiel ist bereits vergeben. Wenn kein Text passt, wählen Sie I.
A · Europa zum Einstieg
Welche Aufgaben übernehmen europäische Institutionen, und wo begegnen sie uns im Hochschulalltag? Ein öffentlicher Vortrag auf dem Campus führt ohne vorausgesetztes Fachwissen in das Thema ein. Anschauliche Beispiele erleichtern die Orientierung. Anschließend ist Zeit für Verständnisfragen. Das Angebot richtet sich besonders an Studierende, die sich erstmals mit europäischer Zusammenarbeit beschäftigen.
B · Begriffe griffbereit
Beim Lesen eines Seminartextes über die EU an einem Ausdruck hängen geblieben? Dieses deutschsprachige Glossar erläutert institutionelle Begriffe von A bis Z. Jeder Eintrag ist für sich verständlich und enthält ein kurzes Anwendungsbeispiel. Verweise führen zu verwandten Stichwörtern. So lässt sich eine konkrete Verständnisfrage klären und die unterbrochene Lektüre unmittelbar fortsetzen.
C · Passt unser Budget?
Ihre Hochschulgruppe plant mit europäischen Partnern einen Begegnungstag? In unserer Werkstatt besprechen Sie Ihre mitgebrachte Kalkulation mit einer erfahrenen Veranstaltungsplanerin. Gemeinsam gehen Sie Fahrt, Verpflegung und Raummiete durch; anschließend erhalten Sie Hinweise zu Ihrem eigenen Entwurf. Die Werkstatt bietet ausschließlich Beratung und verfügt über keinen Etat zur Finanzierung der Vorhaben.
D · Am Verhandlungstisch
Wie lässt sich bei unterschiedlichen Interessen eine europäische Entscheidung erreichen? Bei unserem Präsenztermin an der Hochschule übernehmen Studierende verschiedene Delegationen. Mit ihren jeweiligen Zielen erarbeiten sie einen Beschluss, dem die Beteiligten zustimmen können. Grundkenntnisse über die Institutionen der EU werden vorausgesetzt. Die Rollenunterlagen werden vor Ort ausgegeben und ausschließlich im Rahmen dieser Veranstaltung eingesetzt.
E · Gemeinsam anfangen
Eine Ausstellung, eine Theaterwoche oder eine andere Projektidee: Hochschulgruppen können hier ihr Vorhaben und ihre Interessen vorstellen. Das Team sucht unter den eingegangenen Profilen nach Gruppen aus anderen EU-Ländern, mit denen eine Zusammenarbeit sinnvoll erscheint, und organisiert ein erstes Gespräch. Danach gestalten die Gruppen ihre Zusammenarbeit selbst; eine finanzielle Unterstützung gehört nicht zum Angebot.
F · Kurse für das Auslandssemester
Noch vor Ihrem Aufenthalt an einer europäischen Partnerhochschule können Sie Ihre geplanten Lehrveranstaltungen mit einer Studienberaterin durchgehen. Bringen Sie die Kursbeschreibungen sowie die Anforderungen Ihres hiesigen Studiengangs mit. Im Einzelgespräch vergleichen Sie Inhalte und Lernziele und besprechen, welche Leistungen sich nach der Rückkehr auf Ihr Studium anrechnen lassen und welche Absprachen dafür nötig sind.
G · Europa in der Tutoriumsgruppe
Soll eine Entscheidung vor Ort oder gemeinsam auf europäischer Ebene fallen? Dieses herunterladbare Paket hilft Tutorinnen und Tutoren, dazu eine eigene Einführungssitzung zu gestalten. Kurze Fälle aus dem Alltag, direkt verwendbare Aufgabenblätter und Hinweise zur Gesprächsleitung gehören zusammen. Die Materialien setzen bei den Studienanfängern kein Fachwissen voraus und lassen sich für unterschiedlich große Gruppen nutzen.
H · Städte finden zueinander
Dieser Sammelband verfolgt die Entwicklung europäischer Städtepartnerschaften anhand ausführlicher Fallgeschichten. Die Kapitel beginnen bei früheren Auseinandersetzungen und zeigen, welche Begegnungen und Vereinbarungen später gemeinsame Projekte ermöglichten. Dadurch werden die Schritte zwischen Distanz und Zusammenarbeit nachvollziehbar. Für Seminarreferate bieten die Beiträge gegliederte Darstellungen und weiterführende Literaturhinweise; der Band eignet sich auch zur vertiefenden selbstständigen Lektüre.
Beispiel
0. Eine Studienanfängerin möchte auf dem Campus einen allgemein verständlichen Vortrag über die Aufgaben europäischer Institutionen besuchen. Sie hat bisher keine Vorkenntnisse.
A) Text A
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: A
Beispiel
0. Ein Student möchte an einer organisierten mehrtägigen Besichtigungsreise zu europäischen Institutionen teilnehmen. Er sucht ein Angebot mit gemeinsamem Reiseprogramm.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: I
1. Eine studentische Initiative hat bereits eine Partnergruppe in einem anderen EU-Land gefunden. Für ihren gemeinsamen Begegnungstag möchte sie die geplanten Ausgaben fachkundig prüfen lassen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
2. Ein Student möchte für sein Austauschsemester ein Zimmer verbindlich reservieren. Er sucht eine Stelle, die die Buchung für ihn übernimmt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
3. Eine Studentin bereitet ein Referat über europäische Zusammenarbeit vor. Sie sucht eine Darstellung, die erklärt, wie aus früheren Konflikten zwischen Partnerstädten gemeinsame Vorhaben entstanden sind.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
4. Ein Kommilitone kennt die grundlegenden Aufgaben der EU bereits. Nun möchte er selbst unterschiedliche Interessen vertreten und mit anderen einen gemeinsamen Beschluss aushandeln.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
5. Eine Hochschulgruppe möchte für ein gemeinsames Kulturprojekt mit Studierenden aus einem anderen EU-Land zusammenarbeiten. Sie hat eine Projektidee, aber noch keine Kontakte zu einer passenden Gruppe.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
6. Ein Student muss für seine Bewerbung an einer Partnerhochschule sein Zeugnis übersetzen lassen. Er benötigt eine beglaubigte Übersetzung, die er dort einreichen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
7. Eine Studentin liest für ein Seminar Texte über die EU. Sie möchte unbekannte Fachausdrücke jeweils einzeln nachschlagen können, ohne dafür ein ganzes Einführungskapitel durchzuarbeiten.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
8. Ein Student hat Lehrveranstaltungen für sein kommendes Auslandssemester ausgewählt. Vor der Abreise möchte er klären, welche davon für seinen Studiengang zu Hause anerkannt werden können.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
9. Eine studentische Initiative hat die Planung ihres europäischen Begegnungstags abgeschlossen. Sie sucht jetzt eine Förderung, aus der ihr die bereits berechneten Reisekosten ausgezahlt werden.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
10. Eine Tutorin möchte mit Studienanfängern diskutieren, welche Entscheidungen innerhalb Europas gemeinsam getroffen werden sollten. Sie sucht sofort einsetzbare Fallbeispiele mit Arbeitsaufträgen für ihre eigene Sitzung.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Was ein Bratling in der Küche verändert
Lesen Sie den Text. Markieren Sie für jede Aufgabe die richtige Antwort A, B oder C.
Was ein Bratling in der Küche verändert
Im Bistro auf dem Campus beginnt das Mittagsangebot um halb zwölf. Dann kommen Studierende zwischen zwei Veranstaltungen, aber auch Beschäftigte, die wenig Zeit für ihre Pause haben. Ein pflanzliches Gericht gehört zum Angebot. Lange bezog die Küche dafür fertig geformte Bratlinge, die nur noch erhitzt werden mussten. Inzwischen kocht sie Linsen, vermengt sie mit den übrigen Zutaten und formt daraus selbst Bratlinge. Die Umstellung betrifft damit auch die Arbeit vor dem eigentlichen Mittagsbetrieb. Wie diese zusätzlichen Handgriffe in einen normalen Dienst passen, hielt das Küchenteam nach der Einführung im laufenden Betrieb fest. Es notierte, welche Tätigkeit auf welche folgte, wann Arbeitsflächen belegt waren und wo sich Vorbereitungsschritte einschieben ließen. Diese interne Bestandsaufnahme sollte den Ablauf für die Beschäftigten übersichtlich machen. Gerade zwischen dem Kochen und dem Formen braucht es einen geeigneten Platz für die vorbereitete Masse. Parallel kümmerte sich die Einkaufsleiterin um die Beschaffung. Sie fragte bei den Lieferanten nach, welche Mengen der benötigten Zutaten erhältlich waren. Auf dieser Grundlage konnte die Küche ihre Bestellungen planen. Während dort vorbereitet wurde, blieb der Kontakt zu den Gästen hauptsächlich beim Serviceteam. Auf der ersten Speisekarte stand für das neue Gericht ein Name, unter dem sich manche Gäste wenig vorstellen konnten. Deshalb ergänzte das Bistro eine kurze Beschreibung der Zutaten. Schon beim Blick auf die Karte sollte erkennbar sein, was später auf dem Teller liegt. Das erleichterte die Entscheidung an der Ausgabe, wo die Schlange rasch weitergehen muss. Nach den ersten Mittagsterminen gab das Serviceteam die Rückmeldungen zum Geschmack weiter. Daraufhin stimmte die Küche die Würzung neu ab. Die Linsenmasse behielt dabei ihre Grundzutaten; auch die Menge auf dem Teller und die Beilage blieben gleich. So ließ sich auf die Kommentare eingehen, ohne das ganze Gericht neu zusammenzustellen. Erst später entstand eine andere Situation: Die gewohnten Linsen konnten vorübergehend nicht geliefert werden. Für diese Zwischenzeit nahm die Küche Bohnen als Grundlage. Auf der ausgehängten Karte wurde die Zusammensetzung entsprechend angepasst. Sobald die Linsen wieder verfügbar waren, konnte die ursprüngliche Grundlage zurückkehren. Die Änderung war also an die Dauer der Lieferunterbrechung gebunden. Auch der Wochenplan setzt Grenzen. An Tagen mit besonders großem Andrang sind die Beschäftigten mit anderen Vorbereitungen und der Ausgabe ausgelastet. Würden sie dann zusätzlich die Bratlinge herstellen, kämen nachfolgende Arbeiten ins Stocken. Für solche Tage hält das Bistro deshalb weiterhin fertig bezogene Bratlinge als Möglichkeit bereit. An gewöhnlichen Tagen lässt sich die eigene Herstellung dagegen in die eingeübte Reihenfolge einfügen. Bei der anfänglichen Kalkulation ergab sich ebenfalls kein einfacher Vorteil: Zwar kosteten die Grundzutaten weniger als das fertige Produkt, doch Kochen, Mischen und Formen beanspruchten zusätzliche Arbeitszeit. Dieser Personalaufwand glich die Einsparung beim Einkauf aus. Der Verkaufspreis blieb zunächst auf dem bisherigen Stand. Die Bistroleiterin kann sich vorstellen, dass andere Küchen ähnlich vorgehen. Dafür müssten jedoch geeignete Geräte und Arbeitsflächen vorhanden sein und die zusätzlichen Schritte zur dortigen Organisation passen. Für ihren eigenen Betrieb bleibt die Entscheidung eine Frage des Zusammenspiels: Die Gäste sollen das Angebot verstehen und mögen, Zutaten müssen verfügbar sein, und die Arbeit muss sich bewältigen lassen. Je nach Tagesbetrieb können selbst zubereitete und zugekaufte Bestandteile deshalb nebeneinander ihren Platz haben.
Beispiel
0. Das Mittagsangebot des Campusbistros beginnt
a) um elf Uhr.
b) um halb zwölf.
c) um zwölf Uhr.
Lösung zum Beispiel: b
11. Was änderte das Campusbistro zunächst an seinem pflanzlichen Mittagsgericht?
a) Es bereitete das Gericht erst nach Eingang der Bestellungen zu.
b) Es verwendete die bestehende Rezeptur auch für das Abendangebot.
c) Es ersetzte einen fertig eingekauften Bestandteil durch eine eigene Zubereitung.
12. Wie prüfte das Küchenteam die neue Zubereitung im Arbeitsalltag?
a) Es hielt die Arbeitsschritte während eines gewöhnlichen Küchendienstes fest.
b) Es verglich die Zubereitungsanleitungen mehrerer Lieferbetriebe.
c) Es ließ Gäste die Gerichte verschiedener Mensen beurteilen.
13. Welche Aufgabe übernahm die Einkaufsleiterin?
a) Sie legte die Aufteilung der Küchenarbeit fest.
b) Sie klärte die verfügbaren Liefermengen für die Zutaten.
c) Sie sammelte die Rückmeldungen der Gäste zum Geschmack.
14. Warum enthielt die erste Fassung des neuen Speiseplans zusätzlich eine Beschreibung der Zutaten?
a) Damit die Gäste das Gericht trotz wechselnder Beilagen wiedererkennen konnten.
b) Damit die Gäste die Zubereitung zu Hause nachmachen konnten.
c) Damit die Gäste sich unter dem ungewohnten Namen etwas vorstellen konnten.
15. Wie ging das Bistro mit den Rückmeldungen zum Gericht um?
a) Es veränderte die Würzung, behielt aber die Grundzutaten bei.
b) Es veränderte die Portionsgröße, behielt aber die Würzung bei.
c) Es veränderte die Beilage, behielt aber die Portionsgröße bei.
16. Welche Folge hatte die Lieferpause bei einer Zutat?
a) Das Gericht wurde während dieser Zeit nur auf Vorbestellung ausgegeben.
b) Das Gericht wurde während dieser Zeit mit einem anderen Grundbestandteil zubereitet.
c) Das Gericht wurde während dieser Zeit aus dem Speiseplan genommen.
17. Warum behielt das Bistro für besonders arbeitsreiche Tage fertig eingekaufte Bratlinge im Angebot?
a) Weil die Gäste an diesen Tagen eine größere Auswahl erwarteten.
b) Weil die Zutaten für die eigene Zubereitung dann mehr kosteten.
c) Weil die eigene Zubereitung dann nicht in den verfügbaren Arbeitsablauf passte.
18. Warum änderte das Bistro den Verkaufspreis nach dem Wechsel der Zubereitung zunächst nicht?
a) Weil der zusätzliche Arbeitsaufwand die günstigeren Zutaten ausglich.
b) Weil für alle Mittagsgerichte ein gemeinsamer Preis festgelegt war.
c) Weil es zunächst die nächste Vereinbarung mit dem Lieferbetrieb abwarten musste.
19. Wie schätzt die Bistroleiterin die Übertragbarkeit des Vorgehens ein?
a) Sie hält es für andere Küchen mit denselben Rezepten für ebenso praktikabel.
b) Sie hält es bei passender Ausstattung und Arbeitsorganisation auch anderswo für möglich.
c) Sie hält es für andere Küchen erst nach einer dauerhaften Preissenkung für praktikabel.
20. Welche Schlussfolgerung legt der Text insgesamt nahe?
a) Bei pflanzlichen Gerichten entscheidet vor allem die Rückmeldung der Gäste darüber, ob eine Küche selbst produzieren sollte.
b) Bei pflanzlichen Gerichten lohnt sich die eigene Zubereitung vor allem dann, wenn sie den Verkaufspreis senkt.
c) Bei pflanzlichen Gerichten muss die Entscheidung über die Zubereitung zum gesamten Küchenbetrieb passen.
Wie aus Arbeitsgeräuschen ein Landschaftsbild wird
Lesen Sie den Text und prüfen Sie die Aussagen. Wählen Sie Ja, Nein oder Text sagt dazu nichts.
Wie aus Arbeitsgeräuschen ein Landschaftsbild wird
Eine Hörinstallation im Ausstellungsraum einer Universität widmet sich der Darstellung landwirtschaftlicher Arbeit durch Klang. Für den Besuch werden Kopfhörer am Eingang ausgegeben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus einem Geräusch ein musikalisches Gestaltungsmittel wird. An den Stationen sind zwei Ebenen getrennt zugänglich: Aufnahmen von Umgebungsgeräuschen in ihrer unbearbeiteten Form und Fassungen, in denen dieses Material für ein musikalisches Gefüge verändert wurde. Die Gegenüberstellung macht aus dem bloßen Wiedererkennen eines Geräuschs eine Frage nach seiner jeweiligen Verwendung. Zum Ausgangsmaterial gehört eine Glockenaufnahme. Die einzelnen Anschläge folgen darin mit wechselnden Zwischenräumen aufeinander. Für die musikalische Fassung werden sie zeitlich neu angeordnet: Auf jeden Anschlag folgt nun dieselbe Pause, und die so gebildete Folge kehrt regelmäßig wieder. Ein Rhythmus, also eine Ordnung von Ereignissen und Pausen in der Zeit, entsteht hier durch einen Eingriff in das Material. Die Klangfarbe der Glocke, ihr charakteristischer Höreindruck, bleibt erkennbar, während sich die zeitliche Beziehung der Anschläge verändert. Wiedererkennbarkeit bedeutet somit nicht, dass alle Eigenschaften einer Aufnahme bewahrt werden. Neben jeder bearbeiteten Fassung lässt sich die zugehörige Ausgangsaufnahme anwählen. Wer zwischen beiden wechselt, kann etwa prüfen, welche Pausen verschoben oder welche Ausschnitte wiederholt wurden. Die unveränderte Aufnahme liefert dabei den Maßstab, an dem ein Eingriff überhaupt als solcher erkennbar wird. Ohne diese Möglichkeit könnte eine regelmäßige Folge bereits als Eigenschaft des aufgenommenen Geschehens erscheinen. Die Anordnung bietet einen Vergleich an, bei dem ein Höreindruck durch erneutes Anhören des Materials überprüft werden kann. Beide Fassungen lassen sich einzeln starten und wiederholen. Eine weitere Tonfolge trägt innerhalb der Installation die Bezeichnung Arbeitsrhythmus. Gemeint ist damit die kurze Folge von Bewegung und Gegenbewegung bei einem wiederholten Handgriff. Die musikalische Fassung greift dieses begrenzte Muster auf und setzt es mehrfach hintereinander. Der Begriff bezeichnet hier ausdrücklich diese kleine zeitliche Einheit, nicht den Verlauf eines vollständigen Arbeitstags mit seinen wechselnden Tätigkeiten und Unterbrechungen. Die Wiederholung dehnt das ausgewählte Muster aus, ohne dadurch zusätzliche Abschnitte des Arbeitstags zu dokumentieren. Begleittexte stellen solche Ausschnitte in einen Zusammenhang. Sie erläutern beispielsweise, auf welche Bewegung sich eine Bezeichnung bezieht und welche Aspekte für die Bearbeitung ausgewählt wurden. Damit ergänzen sie Informationen, die sich aus dem Klang allein nicht eindeutig gewinnen lassen. An der zweiten Hörstation ist der Zugang zu dieser Erläuterung zeitlich gestaffelt: Zuerst wird der Ausschnitt abgespielt. Während dieses ersten Durchgangs ist der Begleittext gesperrt; anschließend wird die Schaltfläche zum Lesen freigegeben. Ein weiteres Anhören ist dann mit dem zusätzlichen Kontext möglich. Dieser Aufbau trennt an dieser Station den ersten akustischen Eindruck von der nachfolgenden sprachlichen Einordnung. Was eine Bearbeitung hervorhebt, lässt sich besonders an einem Beispiel mit entfernten Hintergrundgeräuschen nachvollziehen. Das ausgewählte Signal ist in dieser Fassung deutlicher hörbar, weil die übrigen gleichzeitig aufgenommenen Geräusche fehlen. Zugleich gehen damit Hinweise auf das Umfeld verloren. Bezogen auf die dargestellte Arbeitssituation enthält diese Version folglich weniger Zusammenhänge als die Ausgangsaufnahme. Die bessere Erkennbarkeit des einzelnen Signals und die geringere Vollständigkeit der Situation sind zwei Folgen desselben Eingriffs. Für eine musikalische Gestaltung kann gerade diese Konzentration erwünscht sein. Die Installation erschließt damit auch, wie eine Vorstellung ländlicher Idylle entstehen kann. Werden ruhige Klänge ausgewählt, störende Begleitgeräusche ausgeblendet und einzelne Folgen gleichmäßig angeordnet, erhält das Material eine bestimmte Gestalt. Ein Eindruck von Harmonie liegt dann nicht einfach fertig in den Geräuschen vor, sondern wird durch deren Auswahl und Verbindung nahegelegt. Die Gegenüberstellung mit den Ausgangsaufnahmen hält diese Entscheidungen nachvollziehbar. Sie erlaubt, eine musikalisch gestaltete Landschaft von der umfassenderen Arbeitssituation zu unterscheiden, auf die einzelne Klänge verweisen.
Beispiel
0. Für den Besuch der Hörinstallation erhält man am Eingang Kopfhörer.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: ja
Beispiel
0. Der Besuch der Hörinstallation ist für Studierende kostenlos.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nicht_im_text
21. Die Hörinstallation unterscheidet zwischen Aufnahmen landwirtschaftlicher Geräusche und deren musikalischer Bearbeitung.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
22. Die Glockenaufnahme wurde während eines öffentlichen Erntefests gemacht.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
23. In der musikalischen Bearbeitung bleiben die zeitlichen Abstände zwischen den Glockenschlägen erhalten.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
24. Die unbearbeitete Aufnahme dient im beschriebenen Vergleich als Bezugspunkt für die vorgenommenen Veränderungen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
25. Die Besucherinnen und Besucher wählen die musikalische Fassung häufiger als die unbearbeitete Aufnahme.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
26. Die als Arbeitsrhythmus bezeichnete Tonfolge bildet in der Installation den Ablauf eines vollständigen Arbeitstags ab.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
27. Die Begleittexte wurden von Personen verfasst, die selbst in der Landwirtschaft arbeiten.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
28. Bei der zweiten Hörstation wird der Begleittext erst nach dem ersten Hören zugänglich.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
29. Der Verzicht auf Hintergrundgeräusche macht die bearbeitete Fassung im beschriebenen Beispiel zu einer vollständigeren Darstellung der Arbeitssituation.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
30. Die Installation behandelt die Vorstellung ländlicher Idylle als Ergebnis gestalterischer Entscheidungen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts