
Paper 1
TestDaF Papierformat · Reading
A · Orientierung zum Semesterbeginn
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the TestDaF-Institut / g.a.s.t..
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Gesundheit und Alltag im Studium
Lesen Sie die Situationen und die acht Texte. Ordnen Sie jeder Situation den passenden Text zu. Jeder Text kann nur einmal verwendet werden. Der Text aus dem Beispiel ist bereits vergeben. Wenn kein Text passt, wählen Sie I.
A · Orientierung zum Semesterbeginn
Welche Anlaufstelle hilft bei welcher Alltagsfrage? Bei unserem Einführungstreffen stellen studentische Mitarbeitende die Angebote rund um Gesundheit und Studienalltag vor. Sie erläutern Zuständigkeiten, zeigen die jeweiligen Anmeldewege und beantworten organisatorische Fragen. Das Treffen richtet sich besonders an Neuimmatrikulierte und findet am ersten Mittwoch des Semesters im Beratungszentrum statt.
B · Den Veranstaltungsort gemeinsam prüfen
Passt der vorgesehene Ort zu Ihrem Publikum? Noch bevor Ihre Initiative einen Hochschulraum bucht, geht unsere Beratung mit Ihnen die möglichen Veranstaltungsorte ab. Dabei verfolgen wir den Weg vom Eingang bis zum Saal und zu den Toiletten aus der Perspektive mobilitätseingeschränkter Gäste. Die gemeinsam notierten Hindernisse und Alternativen helfen bei der Raumauswahl.
C · Ein Topf für die ganze WG
Vier Personen essen mit, aber wie viel Reis braucht man? In der Lehrküche auf dem Campus berechnen Sie Zutatenmengen und vergleichen Einkaufskosten. Anschließend kochen Sie in kleinen Gruppen mit Unterstützung der Kursleitung ein günstiges gemeinsames Essen. Bitte melden Sie sich an und kommen Sie zur Lehrküche; die Teilnahme erfolgt ausschließlich dort.
D · Der eigene Lernplatz
Für einen gut nutzbaren Lernplatz muss nicht alles neu sein. Nach Terminvereinbarung besucht Sie ein Mitglied unseres Beratungsteams zu Hause. Gemeinsam betrachten Sie Tisch, Stuhl und Beleuchtung und probieren andere Positionen sowie passende Einstellungen aus. Grundlage sind Ihre vorhandenen Möbel. Der Besuch dient der Arbeitsplatzgestaltung; medizinische Untersuchungen und Zuschüsse gehören nicht zum Angebot.
E · Zusammen eine Runde drehen
Dienstags und donnerstags treffen sich Studierende um 12.30 Uhr am Mensaeingang zu einem halbstündigen Spaziergang. Unterwegs ist Zeit zum Plaudern und Kennenlernen. Kommen Sie einfach dazu, wenn es in Ihren Stundenplan passt. Eine Anmeldung gibt es nicht; auch wer nur einmal mitgeht, ist willkommen. Organisiert wird die Runde von der studentischen Freizeitgruppe.
F · Gesundheitsseiten genauer lesen
Hinter einem Gesundheitstipp kann eine Fachredaktion oder ein Produktanbieter stehen. Unser Leitfaden zum Herunterladen zeigt, wie Sie Verantwortliche ermitteln, Verkaufsinteressen erkennen und nach Belegen für Aussagen suchen. Mit dem enthaltenen Prüfbogen untersuchen Sie selbst gewählte Internetseiten in Ihrem eigenen Tempo. Erläuterungen helfen dabei, auch fehlende Angaben festzuhalten und mehrere Seiten systematisch zu vergleichen.
G · Wenn Absprachen verloren gehen
In einer Praxisaufgabe wusste plötzlich niemand, wer welche Information weitergeben sollte? Studierende aus Pflege, Physiotherapie und weiteren Gesundheitsfächern bringen solche Erlebnisse aus ihren Praktika mit. Namen und erkennbare Angaben zu Beteiligten bleiben außen vor. Eine Moderatorin ordnet die Beiträge und begleitet die Suche nach besseren Absprachen. Im Mittelpunkt steht gemeinsames Lernen, nicht die Beratung einzelner Patienten.
H · Einen anderen Lernplatz ausprobieren
Unsere Campusausleihe stellt verstellbare Tischaufsätze bereit. Auf Ihren bisherigen Tisch gesetzt, ermöglichen sie den Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Arbeiten. Studierende können ein Gerät für vier Wochen mit nach Hause nehmen. Abholung und anschließende Rückgabe vereinbaren Sie mit dem Ausleihteam. So lässt sich die Nutzung im eigenen Alltag erproben; die Geräte bleiben Eigentum der Ausleihe.
Beispiel
0. Ein neu eingeschriebener Student möchte bei einem Einführungstreffen erfahren, welche Beratungsangebote es für den Studienalltag gibt und wie man sich dafür anmeldet.
A) Text A
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: A
Beispiel
0. Eine Studentin sucht für einen mehrtägigen Ausflug eine Übernachtungsmöglichkeit, in der ihre Hochschulgruppe selbst gemeinsam kochen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: I
1. Eine Studentin möchte für ein Seminar beurteilen, wie zuverlässig Gesundheitsinformationen im Internet sind. Sie sucht eine Anleitung, mit der sie selbstständig verschiedene Webseiten prüfen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
2. Ein Student verbringt viel Zeit am Schreibtisch in seiner Wohnung. Er möchte bei einem persönlichen Termin vor Ort erfahren, wie er seine vorhandenen Möbel günstiger anordnen und einstellen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
3. Eine Studentin hat seit einiger Zeit Schmerzen beim Gehen. Sie sucht einen Termin, bei dem ihre Beschwerden medizinisch untersucht werden und sie eine persönliche Behandlungsempfehlung erhält.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
4. Eine studentische Initiative plant einen Gesundheitstag. Sie möchte schon vor der Raumreservierung gemeinsam mit einer Beratung prüfen, ob Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Veranstaltungsräume und die Toiletten erreichen können.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
5. Ein Pflegestudent möchte mit Studierenden anderer Gesundheitsberufe besprechen, warum bei gemeinsamen Praxisaufgaben Informationen verloren gehen. Er sucht einen moderierten Austausch, in den er eigene Erfahrungen einbringen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
6. Eine Studentin möchte einen höhenverstellbaren Schreibtisch dauerhaft anschaffen. Sie sucht dafür einen finanziellen Zuschuss, den sie nicht zurückzahlen muss.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
7. Ein Student möchte ausprobieren, ob er beim Lernen zeitweise im Stehen arbeiten kann. Er sucht einen verstellbaren Aufsatz für seinen vorhandenen Tisch, den er einige Wochen zu Hause benutzen und anschließend zurückgeben kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
8. Eine Studentin übernimmt demnächst das Kochen in ihrer Wohngemeinschaft. Sie möchte unter Anleitung selbst ein preiswertes Essen für mehrere Personen zubereiten und dabei die Einkaufsmengen planen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
9. Ein Student lebt vorübergehend außerhalb des Hochschulorts. Er möchte von seiner eigenen Küche aus an einem Kochkurs teilnehmen und während des Kochens unmittelbar Fragen an die Kursleitung stellen können.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
10. Eine Studentin möchte zwischen Lehrveranstaltungen gemeinsam mit anderen spazieren gehen. Da ihr Stundenplan wechselt, sucht sie eine Gruppe, bei der sie ohne Anmeldung nur an einzelnen Treffen teilnehmen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Ein Gemüsehof plant mit Spielraum
Lesen Sie den Text. Markieren Sie für jede Aufgabe die richtige Antwort A, B oder C.
Ein Gemüsehof plant mit Spielraum
Auf dem Hof von Mara Seidel beginnt der Arbeitstag zwischen Beeten und leeren Gemüsekisten. Die Landwirtin verkauft ihre Ernte an private Haushalte und an Restaurants. Nach einer schwierigen trockenen Saison überarbeitet sie nun die Abläufe ihres Betriebs. Früher brachte sie das Saatgut jeder Sorte an einem einzigen Termin aus. Heute verteilt sie dieselbe Sorte auf mehrere Aussaaten. Auf ihrem Kalender stehen deshalb neben einem Sortennamen mehrere Termine, die jeweils nur einen Teil der dafür vorgesehenen Fläche betreffen. Bevor die übrige Arbeit beginnt, gehen die Beschäftigten jeden Morgen eine festgelegte Runde durch die Beete. An markierten Stellen nehmen sie etwas Erde zwischen die Finger und fühlen, ob sie noch feucht ist. Ihre Beobachtungen tragen sie in einen Beetplan ein. So kann die nächste Person nachvollziehen, welche Bereiche bereits kontrolliert wurden und wo noch Feuchtigkeit vorhanden ist. Was später verkauft werden kann, lässt sich dennoch nicht für jede Woche genau vorhersagen. Mit einem Restaurant hat Seidel deshalb eine besondere Absprache getroffen: Noch kurz vor der Lieferung kann sie die vorgesehenen Gemüsearten austauschen. Die Küche richtet die Speisekarte nach dem aus, was tatsächlich kommt. Die Wochentage der Lieferung sind dagegen vorab vereinbart; an ihnen hält der Betrieb fest. Für dieses Restaurant gehört die kurzfristige Änderung der Zutaten inzwischen zur Menüplanung. Auch auf dem Feld lässt Seidel sich eine Möglichkeit offen. Eine kleine Fläche bleibt zunächst unbestellt. Geht eine frühe Pflanzung verloren, kann sie dort erneut aussäen. Diese Fläche ist zusätzlich zu den Beeten vorgesehen, auf denen ohnehin zu verschiedenen Terminen gesät wird. Sie wird also für einen möglichen Ausfall freigehalten, statt im regulären Anbauplan schon vollständig verplant zu sein. An den Abholtagen wandert das geerntete Gemüse zunächst auf die Packtische. Die Beschäftigten verteilen es auf die beteiligten Haushalte, bevor die ersten Kundinnen und Kunden eintreffen. Jeder Haushalt nimmt anschließend seine fertig zusammengestellte Kiste mit. Was darin liegt und wie viel es von den einzelnen Gemüsearten gibt, richtet sich nach der verfügbaren Ernte dieses Tages. Die Haushalte haben ihren vereinbarten Beitrag für die Saison zu diesem Zeitpunkt bereits bezahlt. Das Geld geht vor Beginn der Ernte ein, während Saatgut und andere Betriebsmittel schon früher im Jahr gekauft werden müssen. Seidel kann diese Ausgaben dadurch bestreiten, bevor sie Gemüse ausgibt. Für die Haushalte bedeutet die Vereinbarung zugleich, dass ihre Kisten je nach Ernte unterschiedlich gefüllt sind. Damit sie ihren Einkauf darauf abstimmen können, erhalten sie am Abend vor jeder Abholung eine Nachricht mit den voraussichtlichen Inhalten. Verbindlich wird die Zusammenstellung erst am folgenden Tag beim Ernten und Packen. Auf der Liste kann daher etwas stehen, das schließlich durch ein anderes Gemüse ersetzt wird. Eine weitere Veränderung wartet noch auf ihre Umsetzung. Seidel hat eine Anlage bestellt, die ablaufendes Wasser von den Dächern sammeln soll. Der Anschluss ist für die Zeit nach der laufenden Erntesaison vorgesehen, weil die Montage erst dann stattfinden kann. Bis dahin kauft der Hof weiterhin das zusätzlich benötigte Wasser zu. Bei der Abholung bleibt Seidel nach Möglichkeit für Gespräche da. Sie erfährt, welches Gemüse schnell verbraucht wird und bei welchem die Haushalte mit der Zubereitung wenig anfangen können. Wiederkehrende Rückmeldungen berücksichtigt sie bei der Anbauplanung für das nächste Jahr. Zwischen Saatkalender, Kundengesprächen und noch ausstehenden Arbeiten bleibt die Umstellung damit eine fortlaufende Aufgabe: Der Betrieb sucht Spielraum sowohl auf dem Feld als auch in seinen Verkaufsvereinbarungen.
Beispiel
0. Mara Seidel verkauft ihr Gemüse
a) ausschließlich an private Haushalte.
b) an Haushalte und gastronomische Betriebe.
c) über einen einzigen Großhändler.
Lösung zum Beispiel: b
11. Was änderte Mara Seidel bei der Planung ihres Gemüseanbaus?
a) Sie legte die angebauten Sorten erst nach den verbindlichen Bestellungen fest.
b) Sie verteilte die Aussaat derselben Sorten auf mehrere Termine.
c) Sie zog die Aussaat sämtlicher Sorten auf einen früheren Termin vor.
12. Welche Aufgabe übernehmen die Beschäftigten bei ihren morgendlichen Rundgängen?
a) Sie vergleichen die bestellten Mengen mit dem erntereifen Gemüse.
b) Sie prüfen, ob die Abholkisten vollständig zusammengestellt sind.
c) Sie kontrollieren die Erde an festgelegten Stellen der Beete.
13. Für die Belieferung des Restaurants gilt, dass
a) die Gemüsearten bis kurz vor der Lieferung geändert werden können.
b) die Gemüsearten feststehen, die Liefertermine aber flexibel bleiben.
c) die Gemüsearten jeweils für einen ganzen Monat vereinbart werden.
14. Warum lässt Seidel einen Teil der Anbaufläche zunächst frei?
a) Damit sich der Boden dort vor dem nächsten Anbau erholen kann.
b) Damit sie dort bei Bedarf später erneut Gemüse aussäen kann.
c) Damit sie dort später eine neue Gemüsesorte probeweise anbauen kann.
15. Wie wird die Ernte auf die privaten Abholkisten verteilt?
a) Die Haushalte wählen vorab einzelne Gemüsearten aus einer Liste.
b) Die zuerst eintreffenden Haushalte stellen ihre Kisten selbst zusammen.
c) Das Team teilt die verfügbare Ernte vor Beginn der Abholung auf.
16. Was ermöglicht dem Betrieb die vereinbarte Vorauszahlung der Haushalte?
a) Er kann notwendige Einkäufe bereits vor den ersten Ernteerlösen bezahlen.
b) Er kann bei Ernteausfällen die fehlenden Gemüsearten regelmäßig zukaufen.
c) Er kann unverkaufte Ware nach jeder Abholung länger einlagern.
17. Wann erfahren die Haushalte, welches Gemüse sie voraussichtlich erhalten?
a) Zu Beginn des Monats erhalten sie einen festen Plan für alle Abholungen.
b) Am Vorabend der jeweiligen Abholung erhalten sie eine vorläufige Übersicht.
c) Nach dem Zusammenstellen der Kisten erhalten sie am Abholtag eine Liste.
18. Warum spart die geplante Regenwassersammlung dem Betrieb in der laufenden Saison noch keinen Wasserzukauf?
a) Weil das gesammelte Wasser zunächst für die Reinigung der Kisten bestimmt ist.
b) Weil die Speichermenge erst nach einer Erweiterung für die Beete ausreichen wird.
c) Weil die Anlage erst nach dem Ende der Erntezeit angeschlossen wird.
19. Weshalb hält Seidel den persönlichen Austausch bei der Abholung für wichtig?
a) Weil Hinweise der Haushalte ihr helfen, die künftige Anbauplanung anzupassen.
b) Weil die Haushalte dabei ihre Anteile an der nächsten Ernte neu aushandeln.
c) Weil sie den Haushalten dabei erklärt, wie sie ungewohnte Gemüsearten zubereiten können.
20. Welche Schlussfolgerung legt der Artikel insgesamt nahe?
a) Für den Betrieb kommt es vor allem darauf an, seine gewohnten Lieferzusagen technisch abzusichern.
b) Der Betrieb verbindet Änderungen beim Anbau mit Vereinbarungen, die auch die Abnahme flexibler machen.
c) Der Betrieb richtet seine Anpassung vor allem darauf aus, private Abnehmer durch Restaurants zu ersetzen.
Wer gestaltet den Blick auf ein Viertel?
Lesen Sie den Text und prüfen Sie die Aussagen. Wählen Sie Ja, Nein oder Text sagt dazu nichts.
Wer gestaltet den Blick auf ein Viertel?
Ein touristischer Rundgang macht aus einem bewohnten Viertel einen Gegenstand öffentlicher Betrachtung. Dabei werden bestimmte Orte hervorgehoben, andere bleiben außerhalb der Route. Wer diese Auswahl trifft, beeinflusst das Bild, das Gäste von einem Stadtteil erhalten. Das Nachbarschaftsprojekt Stadtwege entwickelt geführte Rundgänge zu Fuß und verbindet ihre Gestaltung mit einem Verfahren örtlicher Beteiligung. An seinem Aufbau lässt sich erläutern, welche Unterschiede zwischen der Bereitstellung von Informationen und der Mitentscheidung über deren Verwendung bestehen. Mitglied werden können Menschen, die im Viertel wohnen, ausdrücklich auch Mieterinnen und Mieter. In der Projektversammlung beraten sie über vorgeschlagene Haltepunkte und beschließen den Verlauf der Rundgänge. Die Versammlung folgt dem Prinzip einer Stimme je Mitglied. Wer ein Geschäft betreibt, hat somit dasselbe Stimmgewicht wie jemand ohne Gewerbe. Geschäftsräume können zwar für Vorbereitungstreffen zur Verfügung gestellt werden; daraus entsteht aber kein zusätzliches Stimmrecht. Organisatorische Beiträge und Entscheidungsmacht bleiben auf diese Weise voneinander getrennt. Für die Nutzung öffentlicher Flächen steht Stadtwege mit der Stadtverwaltung in Kontakt. Besprochen wird beispielsweise, wo sich eine Gruppe sammeln kann, ohne Durchgänge zu versperren. Die Abstimmung betrifft die räumlichen Bedingungen der Rundgänge und ergänzt die interne Routenplanung. Der öffentlich zugängliche Raum wird dabei als ein Ort unterschiedlicher Nutzungen behandelt: Der Aufenthalt einer Besuchergruppe muss mit anderen Bewegungen und Tätigkeiten vereinbar sein. Zu den Inhalten tragen Bewohnerinnen und Bewohner mit persönlichen Erinnerungen bei. Stadtwege hat dafür einen mehrstufigen Ablauf festgelegt. Zunächst wird vereinbart, dass ein Gespräch aufgenommen werden darf. Nach der Bearbeitung erhält die betreffende Person den ausgewählten Ausschnitt zur Durchsicht beziehungsweise zum Anhören. Erst ihre anschließende Freigabe erlaubt dem Projekt, diesen Ausschnitt während eines Rundgangs abzuspielen. Zwischen dem Erzählen im Gespräch und der Wiedergabe vor einem Publikum liegt somit ein eigener Entscheidungsschritt. Die Zustimmung bezieht sich jeweils auf einen bestimmten Verwendungszusammenhang. Wie eng Darstellung und räumliche Nutzung zusammenhängen, zeigte die Planung eines Halts in einem Innenhof. Die dort Wohnenden waren mit der vorgesehenen historischen Erläuterung einverstanden. Ihre Einwände richteten sich gegen die wiederholte Anwesenheit von Gruppen: Der Hof diente ihnen zum Aufenthalt, als Spielraum und als alltägliche Verbindung zwischen den Häusern. Bei jedem Rundgang hätten sie diese Tätigkeiten unterbrechen oder den Gästen ausweichen müssen. Gegenstand des Konflikts war damit die Nutzung des Ortes durch die Führung. Die überarbeitete Route verlegt den Halt auf einen nahen öffentlichen Platz. Dort erzählt die führende Person weiterhin die Geschichte des Hofes und verwendet dafür freigegebenes Bildmaterial. Die Gruppen betreten den Innenhof auf dieser Route nicht mehr. Seine Geschichte bleibt Bestandteil der Darstellung, während die Bewohnerschaft den Hof ohne Unterbrechungen durch die Führungen nutzen kann. Inhaltliche Sichtbarkeit und körperliche Anwesenheit der Gäste werden hier voneinander gelöst. Zu den Gruppen, die einen Rundgang buchen können, zählen auch Schulklassen. Bei der Vorbereitung werden die vorgesehenen Inhalte auf den jeweiligen Besuch abgestimmt. Die Einnahmen dienen zunächst dazu, laufende Ausgaben und die Bezahlung der Personen zu decken, die die Rundgänge führen. Bleibt danach ein gemeinsamer Überschuss, beschließt die Mitgliederversammlung seine Verwendung. Das Führungsteam übernimmt die Durchführung; die Entscheidung über verbleibende Mittel liegt damit bei einem größeren Kreis, zu dem auch Mitglieder ohne Führungsaufgaben gehören. Beteiligung bezeichnet in diesem Zusammenhang mehr als die Aufnahme örtlicher Stimmen in einen bereits fertigen Text. Persönliche Erinnerungen können eine Führung anschaulich machen, ohne den Erzählenden Einfluss auf deren Gestaltung zu geben. Entscheidend ist daher, ob sie bei Auswahl und Verwendung tatsächlich mitbestimmen können. Bei Stadtwege betreffen solche Entscheidungen sowohl einzelne Aufnahmen als auch Haltepunkte und gemeinsame Mittel. Die beschriebenen Verfahren schaffen dafür konkrete Zuständigkeiten. Ihre Bedeutung liegt darin, Beiträge aus dem Viertel mit Entscheidungen der dort lebenden Menschen zu verbinden; aus der bloßen Zahl gesammelter Geschichten ließe sich diese Qualität nicht ablesen.
Beispiel
0. Stadtwege bietet geführte Rundgänge zu Fuß an.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: ja
Beispiel
0. Die Rundgänge von Stadtwege dauern jeweils neunzig Minuten.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nicht_im_text
21. Bei Stadtwege dürfen auch Personen ohne Wohneigentum über die Gestaltung der Rundgänge mitentscheiden.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
22. In der Projektversammlung verfügen gewerbliche Mitglieder über mehr Stimmen als andere Mitglieder.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
23. Für die Einrichtung von Stadtwege stellte die Stadtverwaltung einen finanziellen Zuschuss bereit.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
24. Die Zustimmung zu einem Interview berechtigt das Projekt noch nicht dazu, die Aufnahme öffentlich abzuspielen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
25. Die Einwände gegen einen geplanten Halt im Innenhof betrafen vor allem die Darstellung seiner Geschichte.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
26. Die überarbeitete Route schützt den Innenhof als Alltagsraum, ohne ihn aus der Erzählung auszuschließen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
27. Seit der Änderung der Route buchen mehr Schulklassen einen Rundgang bei Stadtwege.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
28. Über die Verwendung des gemeinsamen Überschusses entscheidet allein das Team, das die Rundgänge führt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
29. Die Personen, die Rundgänge führen, erhalten bei Stadtwege mehr Geld pro Stunde als bei anderen örtlichen Anbietern.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
30. Nach dem im Text erläuterten Beteiligungsverständnis reicht es nicht aus, Erfahrungen der Bewohnerschaft lediglich als Material für Rundgänge zu sammeln.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts