
Paper 5
TestDaF Papierformat · Reading
A · Engagement kennenlernen
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the TestDaF-Institut / g.a.s.t..
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Lesetext 1: Gemeinsam essen, gemeinsam gestalten
Lesen Sie die Situationen und die acht Texte. Ordnen Sie jeder Situation den passenden Text zu. Jeder Text kann nur einmal verwendet werden. Der Text aus dem Beispiel ist bereits vergeben. Wenn kein Text passt, wählen Sie I.
A · Engagement kennenlernen
Sie überlegen, sich neben dem Studium für ältere Menschen zu engagieren? Unser Informationsabend stellt unterschiedliche ehrenamtliche Aufgaben rund um Einkauf und gemeinsame Mahlzeiten vor. Die Koordination erläutert, welche Vorbereitung Helfende erhalten und wer sie bei Fragen unterstützt. Sie können sich zunächst einen Überblick verschaffen und später entscheiden, welche Tätigkeit zu Ihnen passt.
B · Wünsche für den Speiseplan
Unser Materialpaket zum Herunterladen unterstützt die Leitung von Mittagstischen für ältere Gäste. Es enthält Gerichtskarten und kurze Wunschzettel, die einzeln ausgefüllt und verdeckt abgegeben werden können. Eine Anleitung zeigt, wie sich die Beiträge für die nächste Speiseplanung zusammenführen lassen. Wer möchte, erläutert seinen Vorschlag zusätzlich in der Runde; auch still abgegebene Wünsche gehen in die Auswahl ein.
C · Erinnerungen am Esstisch
Was bedeutete das Abendessen in der Kindheit, was später im eigenen Haushalt? Unser frei zugängliches Audioarchiv versammelt persönliche Erzählungen über Mahlzeiten in verschiedenen Lebensphasen. Zu jeder Aufnahme finden Sie Angaben zur Gesprächssituation, Zeitmarken und eine Zitierempfehlung. Die Freigabe der Erzählenden erlaubt die Verwendung von Ausschnitten in Referaten und anderen Lehrveranstaltungen. Die Sammlung lässt sich nach Lebensabschnitten durchsuchen.
D · Einblick in die Essensausgabe
Der Seniorentreff bietet Studierenden eine unvergütete Hospitation an mehreren Tagen zwischen Montag und Freitag. Sie begleiten die Essensausgabe und verfolgen, wie das Team auf kleine, große oder nachträglich geänderte Portionswünsche eingeht. Anschließend können Sie Ihre Beobachtungen besprechen. Über die besuchten Tage erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung. Für Hospitationen stehen ausschließlich diese Werktage zur Verfügung.
E · Verpackungen in der Hand
Bringen Sie den ersten Prototyp Ihrer Getränkeverpackung in unsere Designwerkstatt mit. Ältere Gäste, darunter Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Hände, probieren Verschlüsse und Griffflächen aus. Studierende beobachten dabei, an welchen Stellen das Öffnen oder Halten Schwierigkeiten bereitet. Nach dem Austausch steht die Werkstatt zur Verfügung, um den Entwurf auf Grundlage dieser Erfahrungen weiterzuentwickeln.
F · Einkauf nach Absprache
Über unsere Einsatzbörse begleiten Studierende ältere Menschen zum Lebensmittelgeschäft oder besorgen deren Einkauf. Sie sehen die einzelnen Anfragen und sagen jeweils nur den Termin zu, der in Ihren Stundenplan passt. Eine wöchentliche Verpflichtung entsteht dadurch nicht. Die Hilfe ist ehrenamtlich und unbezahlt; erstattet werden ausschließlich die Fahrtkosten. Vor dem Einkauf stimmen Sie Liste und Übergabe persönlich ab.
G · Fragen vor dem Einsatz prüfen
Sie möchten ältere Gäste eines Mittagstischs befragen? Reservieren Sie vor der ersten Erhebung einen Beratungstermin und bringen Sie den Fragebogen Ihrer studentischen Gruppe mit. Gemeinsam gehen wir durch, wie die Gäste die Formulierungen verstehen könnten und wo bereits eine bestimmte Antwort anklingt. Sie nehmen Hinweise zur Überarbeitung mit und können den Entwurf anschließend für Ihre Befragung fertigstellen.
H · Ein Platz am Nachbarschaftstisch
Jeden Mittwoch essen Studierende sowie jüngere und ältere Menschen aus dem Viertel im Nachbarschaftshaus zusammen. Melden Sie sich als Gast an und nehmen Sie Platz; wer zusätzlich in der Küche helfen möchte, kann dies gesondert vereinbaren. Gegessen wird ausschließlich im Haus, einen Lieferdienst gibt es nicht. Der Mittagstisch ist ein Begegnungsangebot ohne Hospitationsplätze oder entsprechende Bescheinigungen.
Beispiel
0. Ein Student möchte sich zunächst über ehrenamtliche Aufgaben für ältere Menschen informieren und erfahren, welche Unterstützung Helfende bekommen, bevor er sich für eine Tätigkeit entscheidet.
A) Text A
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: A
Beispiel
0. Eine Studentin sucht einen Fahrdienst, der ihre Großmutter regelmäßig von zu Hause zu ärztlichen Terminen bringt und anschließend wieder abholt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: I
1. Eine Studentin möchte ältere Menschen beim Lebensmitteleinkauf unterstützen. Wegen wechselnder Seminartermine kann sie einzelne Einsätze übernehmen, sich aber nicht auf einen festen Wochentag festlegen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
2. Ein Geschichtsstudent untersucht für ein Referat, wie sich gemeinsame Mahlzeiten im Lebenslauf verändern. Er möchte dafür bereits aufgezeichnete persönliche Erinnerungen anhören und die passenden Stellen zitieren können.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
3. Ein Student sucht einen bezahlten Nebenjob, bei dem er ältere Menschen beim Einkaufen begleitet. Er braucht regelmäßige Einnahmen und kann an zwei Nachmittagen pro Woche arbeiten.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
4. Eine studentische Projektgruppe hat einen Fragebogen für die Gäste eines Mittagstischs entworfen. Vor der ersten Befragung möchte sie prüfen lassen, ob ihre Fragen verständlich sind und Antworten unbeabsichtigt nahelegen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
5. Eine Designstudentin entwickelt eine Getränkeverpackung für Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit. Sie möchte beobachten, wie ältere Personen ihren ersten Entwurf öffnen und halten, und ihn anschließend überarbeiten.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
6. Ein Student ist neu in der Stadt und möchte Menschen außerhalb der Hochschule kennenlernen. Er sucht einen regelmäßigen Mittagstisch mit jüngeren und älteren Gästen, an dem er ohne Mitarbeit in der Küche teilnehmen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
7. Eine Studentin möchte für ihren Großvater einen Dienst finden, der ihm an jedem Werktag ein fertig zubereitetes warmes Mittagessen nach Hause bringt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
8. Eine Studentin der Sozialen Arbeit begleitet einen Mittagstisch für ältere Menschen. Sie sucht Materialien, mit denen auch Gäste, die ungern vor einer Gruppe sprechen, an der Auswahl künftiger Gerichte mitwirken können.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
9. Ein Student der Ernährungswissenschaft möchte für ein Seminar beobachten, wie bei einem Mittagstisch unterschiedliche Portionswünsche berücksichtigt werden. Er kann mehrere Werktage vor Ort verbringen und benötigt eine Teilnahmebestätigung.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
10. Eine Studentin braucht für ihr Seminar eine bestätigte Hospitation bei der Essensausgabe eines Seniorentreffs. Da sie unter der Woche ein Praktikum absolviert, kann sie ausschließlich samstags oder sonntags teilnehmen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lesetext 2: Wenn der Kinderwunsch einen Alltag braucht
Lesen Sie den Text. Markieren Sie für jede Aufgabe die richtige Antwort A, B oder C.
Wenn der Kinderwunsch einen Alltag braucht
Auf dem Küchentisch von Lea Brandt und ihrem Partner Jonas Kern liegen zwei Kalender. Das Paar denkt über sein erstes Kind nach. Beide können sich ein Leben als Eltern vorstellen. Sobald sie jedoch einen gewöhnlichen Dienstag durchgehen, bleibt offen, wer morgens verfügbar wäre und wer nachmittags rechtzeitig zurückkäme. Solange diese Zuständigkeiten zwischen ihren beruflichen Verpflichtungen keinen verlässlichen Platz finden, lassen sie die Entscheidung offen. Für einen Termin bei der Familienberaterin Miriam Vogt halten sie zunächst eine normale Arbeitswoche fest. Sie notieren ihre tatsächlichen Arbeitszeiten sowie die Wege zur Arbeit und zurück. Aus diesen Einträgen ergibt sich ein gemeinsames Zeitbild. Darin markieren sie die Abschnitte, in denen beide gleichzeitig gebunden sind. Auf diese Weise bekommt eine zunächst allgemein empfundene Schwierigkeit konkrete Uhrzeiten. Bei Lea wirkt der Kalender auf den ersten Blick beweglich: An festgelegten Tagen arbeitet sie zu Hause. Doch auch dort muss sie zu bestimmten Zeiten ungestört an Teambesprechungen teilnehmen. Für diese Stunden wäre eine andere Betreuung nötig. Der eingesparte Arbeitsweg schafft zwar etwas Spielraum, während einer Besprechung bleibt ihre Aufmerksamkeit aber beruflich gebunden. Jonas nimmt den Kalender zum Anlass für ein Gespräch mit seinem Arbeitgeber. Künftig werden seine Schichten mit größerem Vorlauf festgelegt. Sobald der Dienstplan veröffentlicht ist, gilt er; Änderungen setzen eine gemeinsame Absprache voraus. Seine vereinbarte Wochenarbeitszeit bleibt bestehen. Für das Paar liegt der Unterschied darin, dass Jonas seine freien Abschnitte nun früher verbindlich zusagen kann. Auch die Familie bietet Unterstützung an. Leas Schwester würde beispielsweise an einem vorher vereinbarten Nachmittag einspringen, wenn ein besonderer Termin ansteht. Solche Zusagen erhält im Kalender eine eigene Rubrik. Die Felder für die wiederkehrende Betreuung bleiben daneben stehen. Ein zugesagter Nachmittag ist wertvoll, doch für die übrigen Wochen muss weiterhin eine tragfähige Aufteilung gefunden werden. Dann wenden sich Lea und Jonas ihrem Haushaltsbudget zu. Sie überlegen, was passieren würde, wenn jeweils eine Person ihre Arbeitszeit um denselben Anteil verringerte. Jonas verdient derzeit mehr als Lea. Bei ihm würde deshalb auch ein größerer Einkommensbetrag entfallen. Die zeitlich gleich große Entlastung hätte somit unterschiedliche Folgen für ihre gemeinsamen Ausgabenmöglichkeiten. Sie halten beide Varianten fest, um diese Folgen in Ruhe gegeneinander abzuwägen. Zunächst wollen sie erleben, wie sich Jonas' neuer Dienstplan im Alltag bewährt. Wenn er eine Weile unter diesen Bedingungen gearbeitet hat, setzen sie sich erneut zusammen. Erst dann wollen sie weiter über ein Kind entscheiden. Bis dahin achten sie darauf, ob die früher angekündigten freien Zeiten tatsächlich Bestand haben. Im Gespräch ordnet Vogt auch mögliche Betreuungsangebote ein. Für Eltern, deren Arbeit über die bisherige Abholzeit hinausreicht, könnte eine länger geöffnete Einrichtung einen zeitlichen Engpass beseitigen. Dafür müsste der zusätzliche Zeitraum allerdings tatsächlich buchbar sein. Eine Öffnungszeit auf dem Papier schafft allein noch keinen verfügbaren Platz. Dass ein Paar nach einer Beratung noch keine Entscheidung getroffen hat, kann Vogt zufolge auch bedeuten, dass es die offenen Voraussetzungen nun genauer erkennt. In einer solchen Situation wäre das Zögern möglicherweise Ausdruck gewonnener Klarheit. Bei Lea und Jonas stehen jetzt Arbeitszeiten, familiäre Zusagen und finanzielle Folgen nebeneinander. Was an einer Stelle entlastet, verändert an anderer Stelle die Möglichkeiten. Ob sie auf dieser Grundlage Eltern werden möchten, bleibt ihre persönliche Entscheidung.
Beispiel
0. Lea Brandt und Jonas Kern überlegen,
a) ob sie zum ersten Mal Eltern werden möchten.
b) ob sie mit ihrem Kind in eine andere Stadt ziehen sollen.
c) ob sie nach einer Familienpause wieder arbeiten möchten.
Lösung zum Beispiel: a
11. Warum verschieben Lea Brandt und Jonas Kern ihre Entscheidung über ein Kind?
a) Sie wollen zunächst klären, ob sie sich eine größere Wohnung leisten können.
b) Sie wissen noch nicht, wie sie die Betreuung im Arbeitsalltag verlässlich aufteilen könnten.
c) Sie möchten abwarten, bis beide ihre berufliche Weiterbildung abgeschlossen haben.
12. Wie bereiten Lea und Jonas das Beratungsgespräch vor?
a) Sie halten fest, welche Zeiten ihre Arbeit und ihre Arbeitswege tatsächlich beanspruchen.
b) Sie notieren, welche Betreuungszeiten befreundete Familien regelmäßig nutzen.
c) Sie stellen zusammen, welche Arbeitszeiten sie sich nach einer Geburt wünschen.
13. Was wird über Leas Möglichkeit berichtet, zu Hause zu arbeiten?
a) Sie kann ihre Arbeitsstunden dabei über den Tag frei verteilen.
b) Sie muss dafür einen Teil ihrer vertraglichen Arbeitszeit reduzieren.
c) Sie bleibt auch zu Hause an bestimmte Besprechungszeiten gebunden.
14. Welches Ergebnis hat Jonas' Gespräch mit seinem Arbeitgeber?
a) Er erhält vorübergehend eine Stelle mit weniger Wochenstunden.
b) Seine Schichten werden künftig früher verbindlich festgelegt.
c) Er kann seine Schichten künftig selbst unter den Beschäftigten verteilen.
15. Wie beziehen Lea und Jonas mögliche Hilfe aus der Familie in ihre Planung ein?
a) Sie vermerken Zusagen für bestimmte Situationen getrennt von der regelmäßigen Betreuung.
b) Sie teilen die wöchentlichen Betreuungstage gleichmäßig unter den Angehörigen auf.
c) Sie planen zunächst mit familiärer Betreuung und suchen später einen Betreuungsplatz.
16. Worin unterscheiden sich Lea und Jonas bei der vorgesehenen Verkürzung ihrer Arbeitszeit?
a) Lea möchte früher reduzieren, Jonas erst nach einer Eingewöhnungsphase.
b) Lea plant einzelne freie Tage, Jonas kürzere Arbeitstage.
c) Lea würde dadurch weniger Einkommen verlieren als Jonas.
17. Wann wollen Lea und Jonas erneut über ihre Familienplanung sprechen?
a) Sobald die ersten Erfahrungen mit Jonas' neuer Schichtplanung vorliegen.
b) Sobald Leas nächste berufliche Weiterbildung beginnt.
c) Sobald sie eine Zusage für eine größere Wohnung erhalten.
18. Welchen möglichen Nutzen sieht Miriam Vogt in längeren Öffnungszeiten einer Betreuungseinrichtung?
a) Sie könnten vor allem Familien entlasten, denen ein Betreuungsplatz in Wohnortnähe fehlt.
b) Sie könnten Familien helfen, deren Arbeitsende bislang außerhalb der Betreuungszeit liegt.
c) Sie könnten vor allem Familien helfen, die sich eine geringere Arbeitszeit finanziell nicht leisten können.
19. Wie deutet Miriam Vogt es, wenn ein Paar nach der Beratung noch keine Entscheidung getroffen hat?
a) Das spricht ihrer Ansicht nach für zusätzliche finanzielle Hindernisse.
b) Das deutet ihrer Ansicht nach auf unterschiedliche Kinderwünsche hin.
c) Das kann ihrer Ansicht nach bedeuten, dass offene Bedingungen nun deutlicher erkennbar sind.
20. Welche Aussage fasst den Gedankengang des Artikels am besten zusammen?
a) Für Familienplanung ist vor allem entscheidend, finanzielle Nachteile gleichmäßig zu verteilen.
b) Ein Kinderwunsch wird konkreter, wenn unterschiedliche Alltagsbedingungen zusammen betrachtet werden.
c) Für Familienplanung ist vor allem entscheidend, genügend Unterstützung durch Angehörige zu sichern.
Lesetext 3: Entscheidungen im Spiel beurteilen
Lesen Sie den Text und prüfen Sie die Aussagen. Wählen Sie Ja, Nein oder Text sagt dazu nichts.
Entscheidungen im Spiel beurteilen
Ein Ball erreicht sein Ziel oder wird abgefangen: Das Ergebnis einer Aktion ist im Fußball unmittelbar sichtbar. Weniger offensichtlich ist, ob die zuvor getroffene Entscheidung angesichts der verfügbaren Möglichkeiten zweckmäßig war. Eine Hochschulmannschaft, in der Frauen und Männer gemeinsam spielen, nutzt Videoaufnahmen für diese Unterscheidung. Die Besprechungen finden in einem Seminarraum statt. Gegenstand der Auswertung sind ausgewählte Spielsituationen und die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten. Entscheidungsqualität bezeichnet hier die Angemessenheit einer Wahl zum Zeitpunkt des Handelns. Läuft eine Mitspielerin frei in einen gut erreichbaren Raum, kann ein Pass zu ihr sinnvoll sein. Trifft der ausführende Spieler den Ball anschließend ungenau, misslingt die Aktion trotz einer angemessenen Wahl. Im Auswertungsbogen lassen sich deshalb eine günstige Beurteilung der Entscheidung und eine misslungene technische Ausführung nebeneinander festhalten. Umgekehrt kann ein riskanter Pass zufällig ankommen. Das sichtbare Endergebnis beantwortet somit eine andere Frage als die Beurteilung der zuvor verfügbaren Möglichkeiten. Für die erste Einschätzung werden den Auswertenden Ausschnitte vorgelegt, die sie noch nicht gesehen haben und deren Fortgang ihnen unbekannt ist. Die Wiedergabe endet an der Stelle, an der die handelnde Person ihre Wahl trifft. Anhand der erkennbaren Positionen beschreiben die Betrachtenden mögliche Wege des Balls und tragen ihr Urteil ein. Erst nach dieser Eintragung wird die Fortsetzung gezeigt. So beziehen sich die ersten Begründungen auf die damalige Situation, bevor das Wissen um den Ausgang hinzukommt. Auch zusammengefasste Angaben über angekommene Pässe bedürfen einer Einordnung. Sie können Aktionen unter engem gegnerischem Druck ebenso enthalten wie Zuspiele bei ungestörtem Ballbesitz. Nimmt der Anteil der zweiten Art zu, könnte die Zahl angekommener Bälle steigen, obwohl sich die Entscheidungen unter vergleichbaren Bedingungen nicht verbessert haben. Diese Möglichkeit betrifft die Zusammensetzung der betrachteten Fälle. Für eine Bewertung muss deshalb nachvollziehbar bleiben, welchen Anforderungen die Spielenden jeweils ausgesetzt waren. Die Mannschaft ordnet ihre Ausschnitte nach solchen Ausgangsbedingungen. Berücksichtigt werden unter anderem die Nähe gegnerischer Personen und die erkennbaren Passwege. In einer so gebildeten Gruppe bleiben sowohl angekommene als auch misslungene Zuspiele enthalten. Die Gruppierung verbindet also ähnliche Handlungslagen, deren weiterer Verlauf durchaus verschieden sein kann. Würde man ausschließlich vom Endergebnis ausgehen, ließe sich gerade die Unterscheidung zwischen Wahl und Ausführung nur schwer aufrechterhalten. Bei der Anwendung der Kategorien können unterschiedliche Einschätzungen auftreten. So kann eine Person einen Raum als verfügbar ansehen, weil er im Standbild frei erscheint, während eine andere die Bewegungsrichtung eines Gegenspielers einbezieht. Eine solche Abweichung gibt Anlass, die Beschreibung der Kategorie zu präzisieren: Soll die voraussichtliche Erreichbarkeit mitberücksichtigt werden? Andere Meinungsverschiedenheiten betreffen dagegen die Zuordnung eines einzelnen Ausschnitts zu einer bereits verständlich beschriebenen Kategorie. Uneinigkeit hat daher nicht zwangsläufig immer dieselbe Ursache. In den anschließenden Gesprächen bringen auch die Spielerinnen und Spieler ihre Perspektive ein. Sie können erläutern, welche Mitspielenden sie wahrgenommen hatten oder weshalb eine Möglichkeit aus ihrer Position schwer zu erkennen war. Die unabhängig voneinander abgegebenen Einschätzungen bleiben dabei in ihren ursprünglichen Feldern erhalten. Entsteht im Gespräch eine gemeinsame Deutung, wird sie als zusätzlicher Eintrag dokumentiert. Auf diese Weise lässt sich später unterscheiden, was zunächst unterschiedlich beurteilt wurde und worauf sich die Beteiligten erst im Austausch verständigt haben. Für die Trainingsplanung ist besonders aufschlussreich, ob ähnliche Schwierigkeiten wiederholt auftreten. Werden etwa erreichbare Anspielmöglichkeiten häufig übersehen, lässt sich die Wahrnehmung solcher Situationen gezielt zum Gegenstand einer Übung machen. Daraus folgt jedoch keine Vorhersage für das nächste Spielergebnis. Dort wirken andere Gegner, neue Handlungslagen und die konkrete Ausführung zusammen. Die Auswertung ermöglicht begründete Übungsentscheidungen, während der Ausgang des nächsten Spiels offenbleibt.
Beispiel
0. Die Mannschaft bespricht die Videoaufnahmen in einem Seminarraum.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: ja
Beispiel
0. Die Hochschule hat für die Videoaufnahmen eine neue Kamera gekauft.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nicht_im_text
21. In der beschriebenen Spielauswertung kann eine zweckmäßige Entscheidung auch dann positiv beurteilt werden, wenn die Aktion misslingt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
22. Die Hochschulmannschaft nutzt für die Videoauswertung dieselbe Software wie die örtlichen Profivereine.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
23. Bei der ersten Beurteilung einer Entscheidung ist den Auswertenden der Ausgang der gezeigten Aktion bereits bekannt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
24. Eine höhere Zahl erfolgreicher Pässe belegt nach dem Text noch keine bessere Entscheidungsqualität, wenn zugleich häufiger ohne gegnerischen Druck gespielt wurde.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
25. Nach Einführung der Videoauswertung besuchten mehr Studierende die Spiele der Hochschulmannschaft.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
26. Für den im Text beschriebenen Vergleich werden nur Spielsituationen mit demselben Ergebnis zusammengefasst.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
27. Uneinigkeit zwischen den Auswertenden kann darauf hinweisen, dass eine Bewertungskategorie genauer beschrieben werden muss.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
28. Die Teilnahme an den Auswertungssitzungen ist für die Spielerinnen und Spieler Voraussetzung für einen Einsatz im nächsten Spiel.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
29. Bei widersprüchlichen Einschätzungen wird im beschriebenen Verfahren nachträglich die Mehrheit als einheitliche Erstbewertung eingetragen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
30. Die Auswertung soll begründete Trainingsschwerpunkte ermöglichen, ohne damit den Ausgang des nächsten Spiels vorhersagen zu können.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts