
Paper 6
TestDaF Papierformat · Reading
A · Zu Besuch in der Redaktion
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the TestDaF-Institut / g.a.s.t..
Inside the paper
Lesetext 1: Angebote rund um lokale Medien
Lesen Sie die Situationen und die acht Texte. Ordnen Sie jeder Situation den passenden Text zu. Jeder Text kann nur einmal verwendet werden. Der Text aus dem Beispiel ist bereits vergeben. Wenn kein Text passt, wählen Sie I.
A · Zu Besuch in der Redaktion
Wie wird aus einem Hinweis aus der Nachbarschaft ein Zeitungsthema? Bei einem Besuch unserer Lokalredaktion erleben Studierende eine morgendliche Besprechung. Die Mitarbeitenden erläutern, welche Vorschläge sie aufgreifen und welche Fragen vor einer Recherche geklärt werden müssen. Anschließend können die Gäste nachfragen, warum ein Thema für die nächste Ausgabe ausgewählt wurde.
B · Zwei Zeitungen im Rückblick
Unser Pressearchiv erschließt die älteren Jahrgänge zweier örtlicher Zeitungen über eine gemeinsame Suche. Zum Bestand gehören auch die Berichte über die damalige Schließung der Maschinenfabrik. Wer unterschiedliche Darstellungen eines Ereignisses untersuchen möchte, erhält Hilfe beim Auffinden der entsprechenden Ausgaben. Die Artikel lassen sich am Lesegerät nebeneinander aufrufen; Datum und Zeitung bleiben jeweils erkennbar.
C · Im Gespräch weiterfragen
Beim ersten Interview läuft selten alles nach dem vorbereiteten Fragenblatt. In unserer Anfängerwerkstatt spielen Sie Gespräche, etwa mit einer Ladenbesitzerin, und reagieren auf Antworten, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Anschließend besprechen wir mit Ihnen einzeln, welche Nachfrage das Gespräch weitergebracht hat. Die zur gemeinsamen Auswertung verwendeten Aufnahmegeräte bleiben im Kursraum.
D · Nachrichten ohne Lesepreis
Ein Stadtteilnewsletter soll frei zugänglich bleiben. Wovon lebt dann seine Redaktion? Dieser Leitfaden stellt monatliche freiwillige Unterstützungsbeiträge und den Verkauf von Anzeigen gegenüber. An möglichen Vereinbarungen erläutert er, welche Erwartungen Geldgebende entwickeln können und wie sich redaktionelle Entscheidungen davon abgrenzen lassen. Gründungsgruppen finden damit eine Grundlage, um Einnahmeformen und ihre Folgen für die eigene Unabhängigkeit abzuwägen.
E · Den Stadtteil begleiten
Für unser Lokalportal suchen wir Studierende, die bereits journalistische Beiträge verfasst haben. Während der Vorlesungszeit besuchen Sie wöchentlich eine Veranstaltung im Viertel und schreiben darüber einen Bericht. Die Mitarbeit wird vergütet. Aufnahmegerät und sonstige Arbeitsmittel bringen Sie selbst mit. Welche Beiträge erscheinen, entscheidet die Redaktion nach Durchsicht; Themen und Abgabetermine stimmen wir gemeinsam ab.
F · Leserinnen und Leser am Mikrofon
Wenn eine Campusredaktion zum öffentlichen Austausch einlädt, braucht das Gespräch eine Leitung. In dieser Werkstatt übernehmen Sie diese Rolle in nachgestellten Gesprächsrunden. Sie erproben, wie auch bei widersprüchlichen Positionen verschiedene Anwesende zu Wort kommen, begrenzen lange Beiträge und greifen die Ausgangsfrage wieder auf. Die anschließende Auswertung richtet sich auf Ihre Eingriffe in den Gesprächsverlauf.
G · Vom Antrag zum Beschluss
Für einen Bericht über einen Platzumbau sichten wir gemeinsam frei zugängliche Ratsunterlagen. Die Tagesordnung nennt die vorgesehenen Beratungsthemen; Anträge enthalten gewünschte Maßnahmen. Im Protokoll suchen Sie anschließend nach dem Abstimmungsergebnis. Unter Anleitung verfolgen Sie so den Weg einer Idee und halten fest, welche Umbauten bislang zur Beratung stehen und welchen der Rat bereits zugestimmt hat.
H · Aus Aufnahmen einen Hörbeitrag machen
Bringen Sie Ihre Interviewdateien mit ins Medienlabor. An unseren Rechnern entfernen Sie unter Anleitung Versprecher und bringen leise und laute Passagen auf ein einheitliches Lautstärkeniveau. Gearbeitet wird vor Ort am vorhandenen Tonmaterial. Übersetzungen und schriftliche Übertragungen der Gespräche gehören nicht zum Angebot. Das Labor stellt Schnittplätze bereit; Aufnahmegeräte zum Mitnehmen werden nicht ausgegeben.
Beispiel
0. Ein Student möchte einmal bei einer Lokalredaktion zusehen, wie in einer Besprechung Themen für die Zeitung ausgewählt werden, und dazu Fragen stellen.
A) Text A
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: A
Beispiel
0. Eine studentische Redaktion möchte die gedruckten Ausgaben ihres Magazins regelmäßig an die Wohnungen ihrer Abonnenten zustellen lassen. Sie sucht einen Dienst, der diese Verteilung übernimmt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lösung zum Beispiel: I
1. Eine Studentin hat bereits regelmäßig für eine Hochschulzeitung geschrieben. Sie sucht eine bezahlte Mitarbeit, bei der sie während des Semesters einmal pro Woche über Veranstaltungen im Stadtteil berichtet.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
2. Ein Geschichtsstudent untersucht, wie zwei Lokalzeitungen über dieselbe frühere Betriebsschließung berichtet haben. Er möchte die damaligen Artikel beider Zeitungen finden und miteinander vergleichen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
3. Eine studentische Redaktion möchte über den geplanten Umbau eines Platzes berichten. Sie sucht praktische Unterstützung dabei, aus öffentlich zugänglichen Sitzungsunterlagen zu erkennen, was nur vorgeschlagen und was bereits beschlossen wurde.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
4. Eine Studentin hat ein Interview auf Spanisch aufgenommen. Für einen deutschsprachigen Beitrag sucht sie jemanden, der den Gesprächsinhalt vollständig ins Deutsche übersetzt und ihr als Text liefert.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
5. Ein Student bereitet sein erstes Gespräch mit einer Ladenbesitzerin für das Campusmagazin vor. Er möchte vorher üben, wie er auf unerwartete Antworten eingeht, und Rückmeldung zu seinen Nachfragen erhalten.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
6. Eine Studentin hat Gespräche für einen Beitrag im Hochschulradio bereits aufgenommen. Nun möchte sie unter Anleitung selbst Versprecher herausschneiden und unterschiedlich laute Gesprächsabschnitte angleichen.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
7. Eine Hochschulgruppe hat einen Artikel über steigende Wohnkosten fertiggestellt. Sie sucht ein Angebot, bei dem gegen einen festen Betrag die Veröffentlichung des vollständigen Textes in einer örtlichen Zeitung verbindlich zugesagt wird.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
8. Ein studentisches Team will einen kostenlosen Nachrichtendienst für seinen Stadtteil aufbauen. Es sucht eine Darstellung, mit der es regelmäßige freiwillige Beiträge und Einnahmen aus Anzeigen hinsichtlich ihrer Folgen für die redaktionelle Unabhängigkeit vergleichen kann.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
9. Eine Studentin soll ein öffentliches Gespräch zwischen der Campusredaktion und ihrer Leserschaft leiten. Sie möchte üben, wie sie bei gegensätzlichen Meinungen die Redezeit verteilt und die Diskussion wieder zur Ausgangsfrage zurückführt.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
10. Ein Student möchte am kommenden Wochenende Stimmen auf einem Stadtteilfest aufnehmen. Er besitzt kein Aufnahmegerät und sucht eines, das er für beide Veranstaltungstage ausleihen darf.
B) Text B
C) Text C
D) Text D
E) Text E
F) Text F
G) Text G
H) Text H
I) Kein passender Text
Lesetext 2: Erinnerungen an die Arbeit
Lesen Sie den Text. Markieren Sie für jede Aufgabe die richtige Antwort A, B oder C.
Was ein Gegenstand erzählen kann
In einem ehemaligen Ladenlokal bereitet eine Hochschulgruppe gemeinsam mit früheren Beschäftigten eine Ausstellung über eine geschlossene Textilfabrik vor. Zwischen Stoffmustern und Arbeitsgeräten liegen Kopfhörer bereit. Die Gruppe möchte zeigen, welchen Platz diese Dinge im Leben der Menschen hatten. Neben einer abgenutzten Tasche wird deshalb eine Erinnerung an den täglichen Arbeitsweg zu hören sein. Erst dadurch erschließt sich, warum ihre Besitzerin gerade dieses unscheinbare Stück aufbewahrt hat. Für die Ausstellung ordnen die Studierenden Ausschnitte aus aufgezeichneten Gesprächen nach Themen wie Arbeitsbeginn, Pausen oder Heimweg. Jeder Ausschnitt erhält einen Verweis auf das Interview, aus dem er stammt. So können sie beim Zusammenstellen prüfen, in welchem Zusammenhang eine Erinnerung geäußert wurde. Die vollständigen Aufnahmen bewahren sie zugleich für ein längeres Hörangebot auf. Bei den Gesprächen tauchen Ausdrücke auf, die außerhalb des Betriebs kaum verständlich sind. Eva Lorenz, eine ehemalige Mitarbeiterin, erläutert den Studierenden, was damit am Arbeitsplatz gemeint war. Daraus entstehen kurze Worterklärungen neben den Hörstationen. Über die Freigabe der eigenen Ausschnitte entscheidet jeweils die Person, die im Interview gesprochen hat. Die Ausstellungskoordinatorin führt unterdessen die Unterlagen zu den ausgeliehenen Gegenständen zusammen. Wie verschieden derselbe Betrieb erlebt wurde, zeigt die Einführung einer zusätzlichen Schicht. Über deren Beginn stimmen zwei frühere Beschäftigte überein. Für die eine passte die neue Arbeitszeit gut zur Betreuung ihrer Kinder, weil ihr Partner dann zu Hause war. Für den anderen erschwerte sie die Unterstützung seiner pflegebedürftigen Mutter. Nebeneinander angeordnet, machen die Erinnerungen verständlich, weshalb eine gemeinsame Veränderung im persönlichen Alltag Unterschiedliches bedeuten konnte. Auf einer Begleittafel erläutert die Gruppe auch, wie ihre Sammlung zustande kam: Erzählt haben Menschen, die sich auf den Aufruf zur Mitarbeit meldeten. Ihre Erfahrungen lassen sich hier kennenlernen; wie viele andere Beschäftigte Ähnliches erlebten, bleibt damit offen. Auch eine Entwicklung der gesamten Belegschaft lässt sich aus dieser Auswahl nicht ableiten. Die Auswahl bildet den Kreis der Mitwirkenden ab. Im Ausstellungsraum geben Lautsprecher zunächst kurze Einblicke in einzelne Erzählungen. Wer bei einer Stimme verweilen möchte, kann an den benachbarten Kopfhörern die längere Aufnahme wählen. So begegnen Besucherinnen und Besucher einer Erinnerung im Vorbeigehen und entscheiden selbst, ob sie deren weiteren Verlauf hören möchten. Ein längeres Gespräch verlangt dann keine ebenso lange Unterbrechung für alle anderen im Raum. Einige Objekttexte verfolgen den Weg der Dinge über das Fabriktor hinaus. Ein niedriger Transportwagen etwa diente später in einer Wohnung als Pflanzenständer. Dafür erhielt er eine aufgeschraubte Holzplatte, die noch heute zu sehen ist. Die Erläuterung dieser späteren Verwendung erklärt seine veränderte Gestalt. Eine Vitrine bleibt vorläufig leer. Dort soll ein Schichtbuch mit datierten Einträgen liegen, dessen Ausleihe eine Familie bereits zugesagt hat. Der empfindliche Einband braucht jedoch eine passende Unterlage, damit das Buch geöffnet gezeigt werden kann. Diese Stütze wird noch angefertigt; bis sie fertig ist, wartet das Buch auf seinen Platz. Zu festgelegten Gesprächszeiten lädt das Team nun auch Ausstellungsgäste ein, Hinweise zu Gegenständen unbekannter Herkunft beizutragen. Diese Gespräche ergänzen die früheren Interviews. Neue Angaben werden notiert und anschließend überprüft. Lassen sie sich belegen, können die Objekttexte ergänzt werden. Die Ausstellung verbindet damit erhaltene Dinge und unterschiedliche Lebensgeschichten, ohne alle Erinnerungen zu einer einzigen Erzählung zu glätten. Ihr Bild der Fabrik bleibt für nachvollziehbare Ergänzungen offen.
Beispiel
0. Wo wird die Ausstellung vorbereitet?
a) In einem früheren Geschäft.
b) In einem noch genutzten Fabrikraum.
c) In einer privaten Wohnung.
Lösung zum Beispiel: a
11. Warum verbindet das Projekt zur Erinnerung an die geschlossene Textilfabrik Gegenstände mit persönlichen Erzählungen?
a) Damit sich die früheren Arbeitsabläufe möglichst vollständig nachbauen lassen.
b) Damit deutlich wird, welche Bedeutung die Dinge im Alltag der Beschäftigten hatten.
c) Damit die Ausstellung den wirtschaftlichen Wert der erhaltenen Dinge bestimmen kann.
12. Wie bearbeitet die Studentengruppe die aufgenommenen Erinnerungen?
a) Sie ordnet Ausschnitte nach Themen und hält fest, aus welchem Gespräch sie stammen.
b) Sie verbindet Ausschnitte verschiedener Gespräche zu einem gemeinsamen Lebenslauf.
c) Sie fasst jedes Gespräch schriftlich zusammen und verwendet nur diese Zusammenfassungen.
13. Welche Aufgabe übernimmt die ehemalige Beschäftigte Eva Lorenz?
a) Sie entscheidet, welche Interviewausschnitte öffentlich abgespielt werden dürfen.
b) Sie überprüft die Angaben zum Eigentum an den ausgestellten Gegenständen.
c) Sie erläutert Ausdrücke aus dem Arbeitsalltag, die im Projektteam unbekannt sind.
14. Wozu stellt die Ausstellung unterschiedliche Erinnerungen an die Einführung einer neuen Schicht nebeneinander?
a) Um zu zeigen, wie dieselbe Veränderung je nach Lebenssituation unterschiedlich erlebt wurde.
b) Um herauszufinden, welche Erinnerung den tatsächlichen Arbeitszeiten am nächsten kommt.
c) Um die Entwicklung der Arbeitszeiten in eine eindeutige zeitliche Reihenfolge zu bringen.
15. Welche Aussage erlaubt die Zusammenstellung der Interviews nach Einschätzung des Projektteams?
a) Sie zeigt, welche Erinnerung unter den ehemaligen Beschäftigten am häufigsten vorkommt.
b) Sie belegt, wie sich die Einstellung der gesamten Belegschaft im Laufe der Jahre verändert hat.
c) Sie macht Erfahrungen der Beteiligten zugänglich, ohne deren Verbreitung in der gesamten Belegschaft zu bestimmen.
16. Welche Folge hat die Entscheidung, nur kurze Ausschnitte über Lautsprecher abzuspielen?
a) Die vollständigen Gespräche müssen außerhalb des Ausstellungsraums angehört werden.
b) Besuchende können selbst entscheiden, ob sie anschließend über Kopfhörer länger zuhören möchten.
c) Alle Gespräche werden zu einer einzigen Aufnahme für einen gemeinsamen Rundgang verbunden.
17. Warum zeigt das Projekt bei manchen Gegenständen auch eine Notiz über ihren späteren Gebrauch?
a) Weil dadurch Veränderungen an den Gegenständen nach der Fabrikschließung verständlich werden.
b) Weil dadurch festgelegt werden kann, wem die Gegenstände nach der Ausstellung gehören sollen.
c) Weil dadurch die Reihenfolge der früheren Arbeitsschritte rekonstruiert werden kann.
18. Warum bleibt eine Vitrine vorläufig ohne das angekündigte Schichtbuch?
a) Weil zunächst geklärt werden muss, aus welchem Jahr das Buch stammt.
b) Weil die Familie das Buch erst nach Abschluss der Ausstellung verleihen möchte.
c) Weil das Buch noch für eine sichere Ausstellung vorbereitet werden muss.
19. Warum können die angebotenen Gesprächstermine zu späteren Ergänzungen der Ausstellung führen?
a) Weil die Besuchenden dort über die Reihenfolge der Ausstellungsstücke abstimmen.
b) Weil Hinweise der Besuchenden dem Team helfen, bislang ungeklärte Zusammenhänge zu einzelnen Stücken zu prüfen.
c) Weil neue Erinnerungen dort unmittelbar als zusätzliche Tonaufnahmen in die Ausstellung übernommen werden.
20. Welche Schlussfolgerung legt der Artikel insgesamt nahe?
a) Eine gemeinsame Erinnerung entsteht vor allem dann, wenn widersprüchliche Erzählungen zu einer einheitlichen Darstellung verbunden werden.
b) Persönliche Erzählungen eignen sich vor allem dazu, Lücken in einer bereits abgeschlossenen Sachgeschichte zu schließen.
c) Eine lokale Erinnerungsausstellung kann unterschiedliche Erfahrungen zugänglich machen und ihre Darstellung zugleich für begründete Ergänzungen offenhalten.
Lesetext 3: Ergebnisse und Vergleichbarkeit
Lesen Sie den Text und prüfen Sie die Aussagen. Wählen Sie Ja, Nein oder Text sagt dazu nichts.
Was eine Rangliste ordnet
Eine Rangliste übersetzt einzelne Spielergebnisse in eine geordnete Darstellung. Welche Aussage diese Ordnung über Leistungen erlaubt, hängt jedoch davon ab, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind. Als Anschauungsmodell dient hier ein gedachtes Tennisturnier an einer Hochschule, an dem Studierende teilnehmen. Beschrieben wird ein eigens festgelegtes Verfahren, keine offizielle Tennisregel. Es geht um den Unterschied zwischen einer nachvollziehbaren Berechnung und der Interpretation ihrer Ergebnisse. Im Modell begegnet jede Person nur einem Teil des Teilnehmerfeldes. Zunächst entscheidet die Zahl der gewonnenen Spiele über den Rang: Wer mehr Siege erreicht, steht weiter oben. Bei gleicher Siegzahl kommt ein zweites Kriterium hinzu. Dafür werden die am Turnierende erreichten Siegzahlen aller tatsächlich angetretenen Gegnerinnen und Gegner einer Person addiert. Die größere Summe führt innerhalb der Gruppe mit gleicher eigener Siegzahl zum höheren Platz. Dieses zweite Kriterium berücksichtigt somit, welche Ergebnisse die jeweiligen Gegenüber im selben Turnier erzielt haben. Zwei Siege gegen Personen mit vielen weiteren Erfolgen erhalten dadurch eine andere Einordnung als zwei Siege gegen Personen mit wenigen Erfolgen. Die anfänglichen Begegnungen entstehen durch eine Zufallsauslosung. Frühere Leistungen und bekannte Spielstärken bleiben dabei unberücksichtigt. Die spätere Berücksichtigung der gegnerischen Ergebnisse erfüllt eine andere Funktion: Sie ergänzt die Bewertung der bereits ausgetragenen Begegnungen. Aus ihr folgt keine nachträgliche Änderung der ausgelosten Paarungen. Für das Verständnis des Verfahrens müssen daher die Zuteilung der Spiele und die Auswertung ihrer Ergebnisse auseinandergehalten werden. Während des Turniers können veröffentlichte Zwischenstände wechseln, sobald weitere Resultate vorliegen. Das betrifft auch die zweite Vergleichsgröße, denn eine zuvor besiegte Person kann anschließend selbst noch Spiele gewinnen. Für die abschließende Berechnung zählt der vollständige Bestand der beendeten Begegnungen einschließlich der endgültigen Siegzahlen der jeweiligen Gegenüber. Werden dieselben Ergebnisse in anderer Reihenfolge eingetragen, ergibt sich dieselbe Endrangliste. Ein früher sichtbarer Tabellenplatz ist dagegen stets an den damaligen Informationsstand gebunden. Sind sowohl die eigene Siegzahl als auch die Summe der gegnerischen Siege gleich, erhalten die betreffenden Personen einen gemeinsamen Rang. Die angewendeten Merkmale unterscheiden ihre Ergebnisbilanzen dann nicht weiter. Damit bleibt offen, ob eine Person über bessere spielerische Fähigkeiten verfügt als die andere. Der gemeinsame Platz bezeichnet eine Grenze dieser Auswertung, keine Gleichheit aller Eigenschaften, die beim Tennisspielen eine Rolle spielen. Besonders deutlich werden solche Grenzen bei einem Rückzug. Scheidet eine Person vor ihrer nächsten Begegnung aus, bleiben ihre abgeschlossenen Spiele mit ihren Ergebnissen im Datenbestand und in der Berechnung erhalten. Die noch vorgesehenen Begegnungen finden nicht statt; aus ihnen entstehen weder Siege noch Niederlagen. Dadurch können am Ende unterschiedlich viele ausgetragene Spiele hinter den Bilanzen stehen. Wer weniger Begegnungen absolviert hat, hatte auch weniger Gelegenheiten, die eigene Siegzahl zu erhöhen. Das wird bei der Deutung eines Tabellenplatzes relevant, obwohl die Berechnung weiterhin denselben Vorgaben folgt. Zusätzlich werden die Zeitabstände zwischen den Spielen festgehalten. Diese Angaben bleiben außerhalb beider Rangmerkmale: Eine längere Erholungspause bringt weder einen weiteren Punkt noch verändert sie die gegnerische Siegessumme. Die Aufzeichnung ermöglicht vielmehr, unterschiedliche zeitliche Bedingungen bei der Interpretation zu erkennen. Welche Wirkung eine bestimmte Pause auf eine konkrete Leistung hatte, ist damit noch nicht festgestellt. Bei einem Turnier, in dem alle gegeneinander antreten, entstehen direkte Vergleichsergebnisse für jedes Paar. Im hier beschriebenen Modell bleiben solche Begegnungen teilweise aus. Auch das zusätzliche Gegnerkriterium ersetzt die fehlenden direkten Vergleiche nicht. Wo die Merkmale Unterschiede ergeben, lassen sich zwar eindeutige Plätze berechnen; andernfalls bleiben gemeinsame Ränge bestehen. Die rechnerische Festlegung beseitigt jedoch weder die ungleiche Zusammensetzung der Gegnerschaft noch Unterschiede in absolvierten Begegnungen und Spielbedingungen. Eine klar geordnete Ergebnisliste ist deshalb noch keine abschließende Ordnung der spielerischen Fähigkeiten.
Beispiel
0. Der Text stellt die Ergebnisse eines bereits durchgeführten Hochschulturniers vor.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nein
Beispiel
0. Das beschriebene Hochschulturnier findet auf überdachten Tennisplätzen statt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
Lösung zum Beispiel: nicht_im_text
21. Im erläuterten Turniermodell kann die Aussagekraft derselben Zahl von Siegen davon abhängen, gegen wen sie erzielt wurden.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
22. Bei der beschriebenen Auslosung wird die bisherige Spielstärke der Teilnehmenden berücksichtigt.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
23. Die Teilnahme am beschriebenen Hochschulturnier ist für eingeschriebene Studierende kostenlos.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
24. Die Reihenfolge, in der die Ergebnisse eingetragen werden, verändert im beschriebenen Modell die Endrangliste.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
25. Ein gemeinsamer Rang bedeutet im beschriebenen Verfahren nicht, dass die betreffenden Personen gleich gut spielen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
26. Die Teilnehmenden bevorzugen das beschriebene Rangverfahren gegenüber einer Rangliste nach der Zahl der Siege.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
27. Zieht sich eine Person vor ihrem nächsten Spiel zurück, werden im beschriebenen Modell auch ihre bereits abgeschlossenen Spiele gestrichen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
28. Eine längere Pause vor einem Spiel wird im beschriebenen Verfahren nicht als zusätzlicher Rangpunkt verrechnet.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
29. Das beschriebene Verfahren lässt sich mit weniger organisatorischem Aufwand durchführen als ein Turnier, in dem alle gegeneinander spielen.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts
30. Nach dem Text kann eine Rangliste rechnerisch eindeutig sein, obwohl die Leistungen der Teilnehmenden nur eingeschränkt vergleichbar sind.
ja) Ja
nein) Nein
nicht_im_text) Text sagt dazu nichts