
Paper 6
Goethe C1 · Speaking
Teil 1: Vortrag halten
Exam material is in German.
Answers & guidanceIndependent Faust practice material. Not published or endorsed by the Goethe-Institut.
Inside the paper
Teil 1: Vortrag halten
Wählen Sie eines der beiden Themen aus. Sie halten in einem Seminar zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen einen Vortrag. Sprechen Sie frei und gut strukturiert circa 5 Minuten und behandeln Sie alle vier Punkte. Anschließend beantworten Sie circa 2 Minuten lang Fragen Ihrer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. Sie haben für beide Prüfungsteile insgesamt 20 Minuten Vorbereitungszeit. Sie bereiten sich allein vor und dürfen Notizen machen. Hilfsmittel sind nicht erlaubt.
1. Thema 1: Geschichte per App erleben? Sie halten einen Vortrag darüber, welche Rolle digitale Angebote mit persönlichen Erinnerungen bei der Vermittlung von Geschichte spielen sollten. In einem Bildungszentrum wird eine App für historische Rundgänge entwickelt. Wer einen Ort auf dem Bildschirm auswählt, kann Erinnerungen von Menschen hören, die dort früher gelebt oder gearbeitet haben. Die Erzählungen handeln von Veränderungen im Alltag, Abschieden und persönlichen Entscheidungen. Das Zentrum überlegt, dieses Angebot künftig auch in seinen Geschichtskursen einzusetzen. Dabei stellt sich die Frage, wie aus einzelnen Lebensgeschichten ein Verständnis für die damaligen Verhältnisse entstehen kann. Schließlich haben Menschen dieselbe Zeit unterschiedlich erlebt und erinnern sich aus heutiger Sicht daran. Noch ist offen, welchen Platz solche digitalen Begegnungen neben anderen Formen historischen Lernens erhalten sollen.
Veranschaulichen Sie an einem Beispiel, wie eine persönliche Erinnerung in einer App Geschichte vermitteln könnte.
Argumentieren Sie für oder gegen einen stärkeren Einsatz solcher Apps in der historischen Bildungsarbeit.
Schlagen Sie eine Maßnahme vor, mit der sich persönliche Erinnerungen in einer solchen App historisch einordnen lassen.
Schließen Sie mit einem Ausblick darauf, wie sich die Vermittlung von Geschichte durch digitale Angebote verändern könnte.
2. Thema 2: Praktisches Wissen zwischen Generationen weitergeben Sie halten einen Vortrag darüber, ob öffentliche Bildungseinrichtungen mehr Angebote schaffen sollten, in denen Erwachsene verschiedener Generationen praktische Kenntnisse miteinander teilen. Eine öffentliche Bildungseinrichtung möchte ihr Kursprogramm um offene Werkstätten ergänzen. Erwachsene unterschiedlichen Alters könnten dort Kenntnisse aus ihrem Alltag weitergeben und zugleich etwas Neues lernen. Die Treffen sollen gemeinsames Ausprobieren ermöglichen; eine dauerhafte Aufteilung in Lehrende und Lernende ist nicht vorgesehen. Bisher begegnen sich die möglichen Teilnehmenden vor allem innerhalb ihrer eigenen Altersgruppen. Für zusätzliche Angebote wären Räume, Material und eine verlässliche Organisation nötig. Die Einrichtung muss deshalb entscheiden, welchen Stellenwert dieser Austausch künftig erhalten soll. Auch stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im veränderten Alltag gebraucht werden und wo Menschen verschiedener Generationen sonst Gelegenheit finden, voneinander zu lernen.
Geben Sie ein Beispiel für eine praktische Kenntnis, die Erwachsene verschiedener Generationen einander vermitteln können.
Beschreiben Sie die Möglichkeiten für diesen Wissensaustausch in Ihrem Heimatland oder einem anderen Land.
Argumentieren Sie für oder gegen einen Ausbau solcher Angebote an öffentlichen Bildungseinrichtungen.
Schließen Sie mit einem Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieses Wissensaustauschs.
Teil 2: Diskussion führen
Diskutieren Sie mit Ihrer Kollegin oder Ihrem Kollegen gemeinsam circa 5 Minuten. Gehen Sie auf alle vier Punkte ein, reagieren Sie aufeinander und kommen Sie zu einem gemeinsamen Ergebnis.
2. Traditionelle Festplakate neu gestalten? Sie und Ihre Kollegin oder Ihr Kollege helfen bei der Organisation eines Stadtteilfests. Im Organisationsteam wird darüber gesprochen, ob traditionelle Plakatmotive wegen einseitiger Darstellungen von Frauen und Männern überarbeitet werden sollen. Dazu liegt Ihnen ein kurzer Internetbeitrag vor. Sie bereiten gemeinsam ein Gespräch mit der Festleitung vor. Internetbeitrag: Ein neues Bild für das Lindenhoffest? Seit dem ersten Lindenhoffest werden auf den Plakaten dieselben gezeichneten Figuren verwendet: Frauen tragen Kuchenteller und schmücken Tische, Männer stehen am Mikrofon oder bauen die Bühne auf. Die Zeichnungen stammen aus dem damaligen Programmheft und sind für viele Gäste ein vertrautes Erkennungszeichen. Heute übernehmen die Helfenden ihre Aufgaben unabhängig vom Geschlecht. Im Organisationsteam wird deshalb beraten, ob die Figuren für das nächste Fest andere Tätigkeiten zeigen sollen. Der Schriftzug und die abgebildete Häuserzeile könnten erhalten bleiben. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Bei der nächsten Teamsitzung möchte die Festleitung Vorschläge der Mitwirkenden zur künftigen Gestaltung hören.
Äußern Sie Ihre Meinung dazu, ob die traditionellen Plakatmotive überarbeitet werden sollten.
Begründen Sie Ihre Haltung unter Berücksichtigung der Bedeutung von Tradition und der Wirkung der Darstellungen.
Beschreiben Sie den Umgang mit vergleichbaren Darstellungen bei öffentlichen Festen in Ihrem Heimatland oder einem anderen Land.
Einigen Sie sich auf Argumente, die Sie im anschließenden Gespräch mit der Festleitung gemeinsam vertreten möchten.