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Goethe C1 Lesen · Übungssatz 01

Paper 1

Goethe C1 · Reading

65 min11 pages

Kulissenwege: Stadtführungen mit Blick hinter die Bühne

Exam material is in German.

Answers & guidance

Independent Faust practice material. Not published or endorsed by the Goethe-Institut.

Inside the paper

Teil 1 – Hinter den Kulissen der Stadt

Sie lesen in einer Zeitschrift einen Artikel über ein Unternehmen, das besondere Stadttouren durch die Welt von Film und Bühne anbietet. Wählen Sie für jede Lücke die richtige Lösung.

Kulissenwege: Stadtführungen mit Blick hinter die Bühne

Wer eine Stadt besucht, sieht Theater und Filmstudios gewöhnlich nur von außen. Das junge Unternehmen Kulissenwege öffnet dagegen Türen zu Orten, an denen kulturelle Produktionen entstehen. Seine Touren führen nicht über rote Teppiche, sondern in Schneidereien, Maskenräumen, Requisitenlagern und kleinen Werkstätten. Dort erleben die Gäste, wie viele Menschen an einer Aufführung oder einem Film mitwirken. Das Konzept verbindet klassische Stadtführung mit einem Blick hinter die Kulissen: Es __(1)__ eine bislang bestehende Lücke im Kulturangebot. Die Gründerin Nora Albers hatte während ihrer Arbeit als Aufnahmeleiterin bemerkt, dass sich Besucherinnen und Besucher zwar für bekannte Drehorte interessierten, über die praktische Arbeit dahinter aber kaum etwas erfuhren. Zusammen mit zwei Theaterpädagogen entwickelte sie deshalb eine erste Route. Die ersten Führungen waren innerhalb weniger Tage ausgebucht; __(2)__ nahm das Unternehmen zusätzliche Termine in sein Programm auf. Mittlerweile kooperiert es mit mehreren Bühnen, einem Kostümfundus und zwei unabhängigen Filmproduktionen. Manche Gäste erwarten zunächst Geschichten über Stars; __(3)__ lernen sie vor allem die Arbeit der Menschen kennen, die Kostüme, Masken und Kulissen herstellen. Die Werkstätten, __(4)__ die Gruppen jeweils nur wenige Minuten verbringen dürfen, setzen ihre Arbeit während der Besuche fort. Lange Vorträge wären dort weder möglich noch erwünscht. Unsichtbare Arbeitsabläufe werden __(5)__ eigens entwickelter Hörszenen anschaulich vermittelt. Darin berichten etwa eine Beleuchterin und ein Requisiteur, weshalb selbst kleine Änderungen an einer Szene umfangreiche Vorbereitungen auslösen können. Die Organisation bleibt anspruchsvoll. Damit der Betrieb nicht gestört wird, __(6)__ die Tourleitung Rücksicht auf Proben, Dreharbeiten und kurzfristige Änderungen. Der Tagesplan der Werkstätten bestimmt die genaue Route, nicht __(7)__. Daher erfahren die Gäste manchmal erst am Treffpunkt, welche Räume tatsächlich zugänglich sind. Gerade diese Unvorhersehbarkeit gehört zum Reiz des Angebots. Die Führenden müssen fundiertes Wissen besitzen, zugleich aber auf geschlossene Türen oder verschobene Proben reagieren können. Entstanden ist ein Format, __(8)__ Erfolg gleichermaßen von sorgfältiger Planung und spontaner Anpassung abhängt. Für die kommenden Monate sind weitere Rundgänge vorgesehen, darunter eine Abendtour zu historischen Kinos und ein Angebot für Auszubildende aus kreativen Berufen.

Beispiel

0. Seine Touren führen nicht über rote Teppiche, __(0)__ in Schneidereien, Maskenräumen, Requisitenlagern und kleinen Werkstätten.

a) sondern

b) obwohl

c) damit

d) sobald

Lösung zum Beispiel: a

1. Das Konzept verbindet klassische Stadtführung mit einem Blick hinter die Kulissen: Es __(1)__ eine bislang bestehende Lücke im Kulturangebot.

a) verkürzt

b) erledigt

c) schließt

d) beendet

2. Die ersten Führungen waren innerhalb weniger Tage ausgebucht; __(2)__ nahm das Unternehmen zusätzliche Termine in sein Programm auf.

a) hingegen

b) daraufhin

c) andernfalls

d) demgegenüber

3. Manche Gäste erwarten zunächst Geschichten über Stars; __(3)__ lernen sie vor allem die Arbeit der Menschen kennen, die Kostüme, Masken und Kulissen herstellen.

a) folglich

b) inzwischen

c) zudem

d) stattdessen

4. Die Werkstätten, __(4)__ die Gruppen jeweils nur wenige Minuten verbringen dürfen, setzen ihre Arbeit während der Besuche fort.

a) in denen

b) deren

c) die

d) denen

5. Unsichtbare Arbeitsabläufe werden __(5)__ eigens entwickelter Hörszenen anschaulich vermittelt.

a) ungeachtet

b) anlässlich

c) zugunsten

d) mithilfe

6. Damit der Betrieb nicht gestört wird, __(6)__ die Tourleitung Rücksicht auf Proben, Dreharbeiten und kurzfristige Änderungen.

a) leistet

b) nimmt

c) trägt

d) führt

7. Der Tagesplan der Werkstätten bestimmt die genaue Route, nicht __(7)__.

a) vorsorglich

b) nebenbei

c) umgekehrt

d) ungefähr

8. Entstanden ist ein Format, __(8)__ Erfolg gleichermaßen von sorgfältiger Planung und spontaner Anpassung abhängt.

a) dessen

b) dem

c) das

d) welches

Teil 2 – Wie öffentliche Lebensgeschichten entstehen

Sie lesen im Internet einen Artikel über eine Studie zur Darstellung prominenter Lebensgeschichten. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Ein Leben, viele Fassungen

Biografische Porträts vermitteln häufig den Eindruck, das Leben eines bekannten Menschen lasse sich wie eine abgeschlossene Geschichte erzählen. Tatsächlich verändert sich eine solche Erzählung mit jeder neuen Veröffentlichung. Frühere Entscheidungen erhalten im Rückblick eine andere Bedeutung, private Informationen werden nachträglich öffentlich, und dieselbe berufliche Station kann je nach Quelle als Zufall, mutiger Schritt oder Ergebnis guter Beziehungen erscheinen. Eine medienwissenschaftliche Fallanalyse ist der Frage nachgegangen, wie Leserinnen und Leser mit solchen Veränderungen umgehen. Im Mittelpunkt stand die Schauspielerin Mara Voss. Ausgewählt wurde ihr Fall nicht wegen eines einzelnen Skandals oder einer ungewöhnlich langen Karriere. Ausschlaggebend war vielmehr, dass aufeinanderfolgende öffentliche Darstellungen ihre Lebensgeschichte wiederholt neu deuteten. In einem frühen Porträt erschien Voss als entschlossene Einzelgängerin, später wurde ihre Laufbahn stärker mit ihrer Herkunft erklärt, und in einem ausführlichen Gespräch beschrieb sie manche frühere Entscheidung selbst noch einmal anders. Für die Analyse wurden Materialien aus mehreren Zeitabschnitten nebeneinandergestellt: frühe Porträts zu Beginn ihrer Karriere, später geführte Interviews sowie Berichte, die jeweils zur Zeit der geschilderten Ereignisse erschienen waren. Gerade diese zeitgenössischen Texte waren wichtig, weil sie zeigten, welches Wissen den Verfasserinnen und Verfassern damals überhaupt zur Verfügung stand. Es ging somit nicht darum, nachträglich eine endgültige, vermeintlich wahre Version herzustellen. Untersucht wurde vielmehr, wie verschiedene Quellen die Gewichtung einzelner Lebensabschnitte beeinflussen. Besonders deutlich zeigte sich dies bei Darstellungen von Voss’ schwieriger Jugend. Entsprechende Informationen führten nicht allein deshalb zu größerem Verständnis, weil sie private Probleme offenlegten. Nachvollziehbarer wurden ihre Entscheidungen erst dann, wenn die Leserinnen und Leser eine Verbindung zwischen den frühen Erfahrungen und späteren beruflichen Schritten herstellen konnten. So ließ sich etwa ihre anfängliche Ablehnung langfristiger Verträge als Versuch deuten, die Kontrolle über die eigene Arbeit zu behalten. Ohne einen solchen Zusammenhang blieb die Kindheitserzählung dagegen eine isolierte, emotional wirkende Episode. Auch widersprüchliche Angaben mussten nicht zwangsläufig das gesamte Bild einer Person zerstören. Über den Beginn von Voss’ Karriere existierten zwei Fassungen: Nach einer Version wurde sie zufällig bei einer Lesung entdeckt, nach einer anderen hatte eine Bekannte schon vorher ein Treffen mit einer Agentur vermittelt. Die Leserinnen und Leser behandelten diesen Widerspruch überwiegend als begrenzte Unsicherheit über einen einzelnen Karriereschritt. Sie sahen darin keinen hinreichenden Grund, alle bisherigen Einschätzungen zu ihrer Person ins Gegenteil zu verkehren. Differenziert fiel ebenfalls die Reaktion auf Voss’ familiäre Kontakte zur Kulturszene aus. Nachdem diese Verbindungen bekannt geworden waren, wurde ihr Erfolg seltener ausschließlich als Ergebnis eigener Anstrengung verstanden. Das bedeutete jedoch nicht, dass man ihr berufliches Können grundsätzlich absprach. Viele Darstellungen trennten nun deutlicher zwischen günstigen Ausgangsbedingungen und der Fähigkeit, die eröffneten Möglichkeiten dauerhaft zu nutzen. Privilegien und Leistung erschienen damit nicht mehr als zwei Erklärungen, von denen nur eine zutreffen konnte. Aus der Analyse ergibt sich eine konkrete Empfehlung für Redaktionen. Wenn ein Porträt mehrere biografische Fassungen aufgreift, sollte bei jeder erkennbar sein, wann sie entstanden ist und aus welchem Quellenzusammenhang sie stammt. Ein späteres Erinnerungsgespräch besitzt einen anderen Status als ein Bericht, der unmittelbar nach einem Ereignis verfasst wurde. Eine solche Kennzeichnung macht Widersprüche nicht automatisch lösbar, verhindert aber, dass zeitlich weit auseinanderliegende Aussagen wie gleichartige Belege behandelt werden. Zugleich warnen die Verfasserinnen und Verfasser vor einer zu weiten Übertragung ihrer Ergebnisse. Die Analyse betrifft sorgfältig redigierte biografische Porträts, in denen Quellen ausgewählt, geprüft und in einen längeren Zusammenhang eingeordnet werden. Auf kurze, spontan veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien lassen sich die Schlussfolgerungen nicht unmittelbar übertragen. Dort fehlen häufig sowohl der Platz für zeitliche Einordnung als auch ein redaktioneller Prozess, der konkurrierende Fassungen sichtbar machen könnte.

9. Warum wurde die Schauspielerin Mara Voss als Fallbeispiel ausgewählt?

a) Weil ihre öffentliche Lebensgeschichte im Lauf der Zeit mehrfach neu bewertet wurde.

b) Weil ihre Karriere mehrere deutlich voneinander getrennte öffentliche Phasen umfasste.

c) Weil besonders viele private und journalistische Quellen über sie verfügbar waren.

10. Welche Materialien wurden in der Untersuchung miteinander verglichen?

a) Autobiografische Bücher und private Zuschriften von Leserinnen und Lesern.

b) Frühe Porträts, spätere Interviews und Berichte aus der jeweiligen Zeit.

c) Drehbücher ihrer Filme und die dazu erschienenen Rezensionen.

11. Wie wirkten Berichte über Mara Voss’ schwierige Jugend auf die Lesenden?

a) Sie verstärkten die Sympathie vor allem bei Lesenden, die Voss aus frühen Filmen kannten.

b) Sie ließen spätere Entscheidungen eher strategisch als biografisch bedingt erscheinen.

c) Sie förderten Verständnis, wenn ein Bezug zu späteren beruflichen Entscheidungen erkennbar war.

12. Was zeigte sich, als widersprüchliche Angaben zu Mara Voss’ Karrierebeginn nebeneinander präsentiert wurden?

a) Die Lesenden trennten die unsichere Einzelfrage von ihrem Gesamturteil über die Person.

b) Die Widersprüche wurden eher als typische Erinnerungslücken denn als Täuschung bewertet.

c) Welche Version überzeugte, hing vor allem von der zeitlichen Nähe der jeweiligen Quelle ab.

13. Wie veränderte die Information über Mara Voss’ familiäre Kontakte die Bewertung ihres Erfolgs?

a) Ihre Offenheit über die Kontakte erhöhte die Wertschätzung ihres beruflichen Erfolgs.

b) Ihr Können wurde nicht bestritten, ihr Erfolg aber weniger ausschließlich als Eigenleistung gesehen.

c) Die Kontakte beeinflussten vor allem die Bewertung ihrer ersten Rollen, nicht die ihrer späteren Karriere.

14. Was wird Redaktionen beim Veröffentlichen von Prominentenbiografien empfohlen?

a) Überprüfbare Lebensdaten deutlich von redaktionellen Deutungen zu trennen.

b) Selbstauskünfte prominenter Personen im Text besonders zu kennzeichnen.

c) Erkennbar zu machen, aus welcher Zeit und aus welcher Quelle eine Darstellung stammt.

15. Welche Einschränkung gilt für die Ergebnisse der Untersuchung?

a) Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf kurze, spontan veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien übertragen.

b) Die Stichprobe bestand überwiegend aus Personen, die regelmäßig längere Kulturporträts lesen.

c) Die Analyse berücksichtigte ausschließlich nachträgliche Erinnerungsgespräche.

Teil 3 – Wer besitzt die Geschichte?

Sie lesen in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift einen Kommentar über partizipatives Theater. Welche Sätze passen in die Lücken? Zwei Sätze passen nicht.

Wer besitzt die Geschichte auf der Bühne?

Partizipatives Theater lädt Menschen auf die Bühne ein, deren Erfahrungen im Kulturbetrieb sonst selten vorkommen. Das klingt zunächst nach einer einfachen Öffnung: Betroffene erzählen, professionelle Theaterleute geben dem Material eine Form, und das Publikum hört zu. Doch echte Beteiligung stellt höhere Anforderungen. Beispiel 0: Beteiligung setzt gemeinsame Entscheidungen über Auswahl, Deutung und Darstellung voraus. Gerade soziale Einrichtungen haben lange über Menschen gesprochen, statt mit ihnen auszuhandeln, was ihre Erfahrungen bedeuten. Fachleute bestimmten die Begriffe, ordneten Lebensgeschichten ein und erklärten anschließend, was daraus zu lernen sei. Auf diese Weise entstand eine deutliche Hierarchie zwischen denen, die erlebt hatten, und denen, die erklären durften. __(16)__ Soll Beteiligung mehr als ein freundliches Etikett sein, müssen die Mitwirkenden deshalb Einfluss auf Inhalt und Form behalten. Häufig wird dagegen eingewandt, eine solche geteilte Autorenschaft gefährde die künstlerische Qualität. Wenn jede Person mitentscheide, so die Befürchtung, verliere eine Inszenierung ihre klare Handschrift und werde zu einer bloßen Sammlung persönlicher Aussagen. __(17)__ In der Praxis können transparente Zuständigkeiten, sorgfältige Proben und eine präzise dramaturgische Bearbeitung durchaus ein anspruchsvolles Ergebnis ermöglichen. Entscheidend ist der Weg dorthin. Zu Beginn können Erinnerungen, beobachtete Konflikte oder erfundene Varianten gesammelt werden. Anschließend bespricht das Ensemble, welche Machtverhältnisse darin sichtbar werden. Einzelne Situationen werden kombiniert, Figuren verändert und private Schauplätze durch allgemeinere ersetzt. Die Beteiligten prüfen in mehreren Durchgängen, ob sie sich in der entstandenen Fassung noch wiederfinden. __(18)__ Danach beginnt die eigentliche Arbeit an Raum, Rhythmus und Darstellung. Die Entscheidung über die öffentliche Fassung liegt somit nicht allein bei einer professionellen Leitung. Die Spielenden können Änderungen verlangen, eine Szene zurückziehen oder vorschlagen, mehrere Perspektiven nebeneinanderzustellen. __(19)__ Eine Regisseurin oder ein Regisseur kann Proben strukturieren, ästhetische Möglichkeiten anbieten und auf unklare Übergänge hinweisen. Die endgültige Bedeutung einer Erfahrung darf diese Person jedoch nicht stellvertretend festlegen. Ein besonderer Wert des Verfahrens liegt in seiner Offenheit für gelebte Erfahrung. Wissen entsteht hier nicht ausschließlich aus Fachliteratur, sondern ebenso aus Erinnerungen, Körperhaltungen und konkreten Beobachtungen. __(20)__ Eine Mitwirkende kann etwa einen Ort austauschen, eine Familienbeziehung verfremden oder nur über die Folgen eines Ereignisses sprechen. Auch ein vollständiger Verzicht auf bestimmtes Material muss jederzeit möglich bleiben. Solche Veränderungen machen eine Geschichte keineswegs wertlos. Im Gegenteil: Wenn das Ensemble mehrere Erfahrungen verbindet, Rollen neu verteilt und eine Situation aus verschiedenen Blickwinkeln erprobt, löst sich das Material von der Pflicht zur lückenlosen Selbstauskunft. __(21)__ Das Publikum wird dadurch nicht zur Begutachtung eines fremden Lebens eingeladen, sondern zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Handlungsmustern. In manchen Aufführungen bleibt es nicht einmal beim Zuschauen. Das Publikum wird als aktiver Teil des Geschehens verstanden. __(22)__ Wer eine Szene stoppt und selbst eine andere Reaktion erprobt, merkt schnell, dass gut gemeinte Lösungen neue Schwierigkeiten erzeugen können. Die gemeinsame Reflexion wird dadurch konkreter, ohne dass am Ende eine einzige richtige Antwort stehen muss. Allerdings ist Mitwirkung kein Zustand, der einmal beschlossen und danach vorausgesetzt werden kann. Vor jeder Veröffentlichung, bei Veränderungen während der Proben und auch nach Reaktionen des Publikums müssen Grenzen und Zuständigkeiten erneut ausgehandelt werden. Alle Beteiligten brauchen verständliche Möglichkeiten, Zustimmung zu geben oder zurückzunehmen. __(23)__ Partizipative Methoden garantieren also keine Selbstbestimmung. Sie schaffen lediglich einen Rahmen, in dem sie möglich wird – vorausgesetzt, Schutz, Widerspruch und gemeinsame Autorenschaft werden ernst genommen.

Beispiel

0. Beteiligung setzt gemeinsame Entscheidungen über Auswahl, Deutung und Darstellung voraus.

16. Lücke 16

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

17. Lücke 17

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

18. Lücke 18

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

19. Lücke 19

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

20. Lücke 20

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

21. Lücke 21

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

22. Lücke 22

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

23. Lücke 23

a) Eine Bühne, auf der Erfahrungen bloß ausgestellt werden, würde diese Hierarchie lediglich wiederholen.

b) Denn das Publikum darf den Verlauf unterbrechen und alternative Handlungen ausprobieren.

c) Diese Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass jede biografische Einzelheit preisgegeben werden muss.

d) So wird aus persönlicher Erfahrung ein gemeinsamer Denkraum statt einer privaten Beichte.

e) Dagegen spricht, dass professionelle Standards und geteilte Autorenschaft einander nicht ausschließen.

f) Erst dann entscheidet die Gruppe, welche Szene öffentlich gezeigt werden kann.

g) Das verändert auch die Rolle der Regie: Sie ordnet den Prozess, ohne die Deutung an sich zu ziehen.

h) Scheitert diese Verständigung, droht aus Beteiligung eine neue Form der Bevormundung zu werden.

i) Deshalb sollte die ästhetische Qualität grundsätzlich hinter der therapeutischen Wirkung zurücktreten.

j) Ein solches Modell lässt sich auch auf Bildungsinstitutionen übertragen, sofern Rollen und Schutzregeln angepasst werden.

Teil 4 – Selbstverwaltung abgelegener Regionen

Sie lesen in einer Fachzeitschrift Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Zukunft abgelegener, politisch selbstverwalteter Regionen. Wählen Sie bei jeder Aussage: Wer äußert das? Zwei Aussagen passen nicht. Markieren Sie in diesem Fall 0.

a – Dr. Liv Sørensen, Politikwissenschaftlerin

Abgelegene, selbstverwaltete Regionen erhalten oft schlagartig internationale Aufmerksamkeit, sobald ihre strategische Lage oder ihre natürlichen Ressourcen interessant werden. Das kann ihre Verhandlungsposition stärken, garantiert aber noch keinen größeren politischen Handlungsspielraum. Entscheidend ist, wer die Tagesordnung festlegt. Nur wenn regionale Parlamente und Verwaltungen ihre Prioritäten selbst bestimmen, lässt sich äußeres Interesse in eigene Gestaltungsmacht übersetzen. Andernfalls reagieren die Institutionen lediglich auf Angebote, Fristen und Erwartungen, die anderswo formuliert wurden. Selbstbestimmung darf deshalb nicht mit einem einmaligen rechtlichen Beschluss verwechselt werden. Formale Zuständigkeiten bleiben begrenzt wirksam, wenn Verwaltungen weder genügend qualifiziertes Personal noch verlässliche Verfahren zur Umsetzung ihrer Entscheidungen besitzen. Politische Autonomie umfasst neben dem Recht zu entscheiden auch die praktische Fähigkeit, Beschlüsse auszuführen, ihre Folgen zu prüfen und bei Bedarf zu korrigieren. Dazu gehören digitale Verwaltungswege ebenso wie öffentlich zugängliche Beratung und eine transparente Haushaltsplanung. Welche wirtschaftlichen Bereiche ausgebaut werden, muss jedoch Gegenstand regionaler Entscheidungen bleiben. Internationale Partnerschaften sind sinnvoll, sofern sie diese institutionelle Verantwortung unterstützen und nicht an ihre Stelle treten.

b – Prof. Malik Petersen, Wirtschaftswissenschaftler

Neue Häfen, Straßen oder Flugverbindungen gelten schnell als Beweis wirtschaftlicher Modernisierung. Doch Infrastruktur macht eine Region nicht automatisch unabhängiger. Werden Bau, langfristige Finanzierung, Wartung und technischer Betrieb dauerhaft von auswärtigen Unternehmen getragen, können neue Verkehrswege bestehende Abhängigkeiten sogar vertiefen. Nach der feierlichen Eröffnung beginnt schließlich die kostspielige Alltagsarbeit. Fehlt dafür vor Ort das Wissen oder das Geld, entscheidet der externe Partner faktisch mit, wie die Anlage genutzt wird. Ähnliches gilt für Rohstoffprojekte. Der Export unverarbeiteter Materialien schafft Einnahmen, lässt aber wesentliche Teile der Wertschöpfung außerhalb der Region entstehen. Widerstandsfähiger wird eine regionale Wirtschaft, wenn zumindest ein Teil der Verarbeitung vor Ort erfolgt und zugleich einheimische Fachkräfte für technische, kaufmännische und ökologische Aufgaben ausgebildet werden. Diese Verbindung ist langfristig bedeutsamer als eine bloße Steigerung der Exportmenge. Zeitweise angeworbene Spezialistinnen und Spezialisten können den Aufbau ergänzen, wenn Wissenstransfer vertraglich vorgesehen ist und lokale Beschäftigte schrittweise Verantwortung übernehmen. Sie ersetzen jedoch weder eigene Ausbildungswege noch dauerhaft finanzierte regionale Einrichtungen. Auch digitale Netze sind wichtig, etwa für Weiterbildung und die Koordination entfernter Betriebe; ihre Bedeutung lässt sich nicht unabhängig von den übrigen wirtschaftlichen Zielen bestimmen.

c – Dr. Anne Becker, Kulturwissenschaftlerin

In öffentlichen Debatten über abgelegene Regionen begegnet uns häufig eine irreführende Gegenüberstellung: Auf der einen Seite steht angeblich die Tradition, auf der anderen die Moderne. Der regionale Alltag folgt dieser Trennung längst nicht. Eine Fischerin kann überliefertes Wissen über Strömungen nutzen und zugleich digitale Wetterdaten auswerten. Jugendliche können eine lokale Sprache pflegen, internationale Musik hören und eine Ausbildung über das Internet absolvieren. Tradition und moderne Technik sind keine getrennten Lebenswelten, sondern werden täglich miteinander verbunden. Die vereinfachte Gegenüberstellung hat politische Folgen. Entwicklungsprojekte erscheinen wahlweise als Bedrohung einer unveränderten Kultur oder als notwendiger Abschied von ihr. Beide Erzählungen sprechen den Bewohnerinnen und Bewohnern die Fähigkeit ab, Veränderungen selbst zu bewerten und kulturelle Praktiken weiterzuentwickeln. Digitale Angebote können dabei Kontakte, Unterricht und kulturellen Austausch erleichtern. Rohstoffprojekte werfen andere Fragen auf, etwa nach Landschaftsschutz und regionaler Mitsprache. Diese Bereiche pauschal in eine Rangfolge zu bringen, würde jedoch gerade jene gesellschaftliche Aushandlung verkürzen, die für selbstbestimmte Entwicklung notwendig ist.

Beispiel

0. Kulturelle Praktiken und moderne Technik können im Alltag miteinander verbunden werden.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

Lösung zum Beispiel: c

24. Internationale Aufmerksamkeit erweitert den politischen Handlungsspielraum einer Region nur dann, wenn ihre eigenen Institutionen die Prioritäten bestimmen.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

25. Der Ausbau digitaler Dienstleistungen sollte gegenüber neuen Rohstoffprojekten wirtschaftspolitisch Vorrang haben.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

26. Neue Verkehrsprojekte können Abhängigkeiten verstärken, wenn Fachwissen und Mittel für den dauerhaften Betrieb von außen kommen.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

27. Die Gegenüberstellung von Tradition und Moderne verdeckt, dass beide im regionalen Alltag gleichzeitig präsent sind.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

28. Selbstbestimmung besteht nicht nur aus einem rechtlichen Beschluss, sondern auch aus der Fähigkeit, politische Entscheidungen umzusetzen.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

29. Zeitlich befristete Zuwanderung von Fachkräften schwächt lokale Ausbildungskapazitäten eher, als dass sie sie ergänzt.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

30. Die Verarbeitung von Rohstoffen vor Ort und die Ausbildung lokaler Fachkräfte stärken die Wirtschaft nachhaltiger als der bloße Export.

a) Dr. Liv Sørensen

b) Prof. Malik Petersen

c) Dr. Anne Becker

0) Niemand

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